Wie immer an dieser Stelle, die Spoiler-Warnung!
Ich gebe es ja nur ungern zu, aber jetzt wird es langsam blöd. 1 Jahr nach dem akzeptablen Comeback von Myers und Loomis und dem heftigen Cliffhanger-Ende stand also bereits das fünfte Halloween Abenteuer - bzw das vierte Michael Myers Abenteuer - an. Scheinbar war man, so wie ich, von der kleinen Danielle Harris so sehr begeistert, dass man sie auch wieder im fünften Teil hat mitspielen lassen. Aber nicht nur das, sie übernimmt diesmal auch die Hauptrolle und bekommt mindestens doppelt so viel Screentime wie im Vorgänger. Auch der großartige Donald Pleasence darf hier wieder als Dr.Loomis agieren. Auch in diesem Teil gibt Pleasence wieder eine sehr gute Figur ab, auch wenn es am Ende wieder die Ein oder Andere vergurkte Szene gibt. Überhaupt überspannt der fünfte Teil den Bogen um ein Vielfaches. Die kleine Jamie soll also telepathische Fähigkeiten haben? Alles was Michael Myers fühlt, fühlt sie auch. Wie kommt man nur auf so einen Blödsinn? Allerdings hält sich der Quatsch mit dem Telepathie Kram noch in Grenzen. Erst Rob Zombie kreierte durch dieses alberne Thema einen der schlechtesten Halloween Filme aller Zeiten. Davon ist dieser 5te Teil zwar ein paar Schritte entfernt, kann aber dennoch nicht mal ansatzweise mit den Vorgängern mithalten. Aber der Film hat auch einige grandiose Szenen zu bieten, wie z.B. die spannende Hetzjagd gegen Tina, oder die "Offenbarung" von Michael vor Jamie. Ja er nimmt dabei sogar seine Maske ab und man bekommt eine wunderbare Aufnahme von seinem pechschwarzen Auge zu sehen. Diese Szene ist für mich ganz klares Highlight in diesem fünften Teil. Ansonsten herrscht hier leider ziemliche Ebbe, vor allem weil Michael hier mal wieder anfängt Leute zu killen, wo es 0 Sinn macht, dass er sie killt. Michael ist hinter seiner Familie, in diesem Fall hinter Jamie her und da frage ich mich schon, wieso sich Michael deswegen lieber mit zwei poppenden Teenagern in einer Scheune "vergnügt". Auch eine extrem kuriose Szene war die Schluss-Attacke von Loomis auf Michael. Loomis überlebt nicht nur eine Michael Meyers Attacke nach der Anderen, er kann auch noch aus dem Nichts ein Betäubungsgewehr herbei zaubern. Bei dieser Szene war ich unentschlossen, ob ich das als Witz oder als Frechheit ansehen soll. Vielleicht ist es ja sogar Beides. Achja, habe ich mir das im übrigen nur eingebildet, oder ist Dr. Loomis hier schon wieder gestorben? Nur kam es hier nicht so eindeutig zum Vorschein wie im zweiten Teil, doch es sah fast so aus, als ob Loomis hier nun endgültig den Löffel abgegeben hat. Allerdings spielt er, nach meinen Informationen, auch im sechsten Abenteuer wieder mit. In diesem Fall hat Dr. Loomis mehr Leben als eine Katze. Achja auch hier gibt es wieder ein heftiges Cliffhanger Ende, was für mich irgendwie einen seltsamen Eindruck hinterließ. Ein weiterer schwarzer Mann mit Hut und Gewehr ballert alle nieder und befreit Michael? Wo ist da der Sinn? 6 Jahre später sollte in Halloween 6 die Auflösung kommen, die ich beim letzten mal nicht verstanden habe (habe den Film allerdings auch noch nie komplett gesehen). Halloween 5 wurde bei den Fans ziemlich weit runter gevotet. Doch so schlimm ist ist dieser Teil bei aller Liebe nicht. Ok, der Telepathie-Quatsch nervt, aber Rob Zombie hat bewiesen, dass es immer noch schlimmer und schlechter geht. Die verrückte Nudel Tina gibt dem Film zudem auch noch frischen Wind, auch wenn sie, besonders in der Anfangsphase, ein klein wenig nerven kann. Empfehlenswert ist dieser 5te Halloween Streich aber wirklich nur für eingefleischte Michael Myers - und Horror-Slasher-Fans.
Fazit : Ohne dem Telepathie Quatsch wäre hier noch einiges mehr drin gewesen. Danielle Harris liefert erneut für ihr Alter eine beachtliche Schauspieler-Leistung ab und auch Donald Pleasence konnte zum größten Teil überzeugen. Trotzdem ist dieser 5te Teil noch mal ein ganzer Schritt nach hinten im Vergleich zum Vierten. Fortsetzung folgt...
6/10