Review

Einer der unbeliebtesten Fortsetzungen des Halloween-Klassikers und das mit Recht.
Die vielen Schwächen, die bereits in Michael Myers` Comeback "Halloween IV" festzustellen waren, sind hier auch noch verstärkt anzutreffen.
Zunächst die Figur des Dr. Sam Loomis. Was im Vorgänger noch schlimm war, erweist sich hier als katastrophal. Loomis verkommt in "Halloween V "zu einem äußerst negativ besetztem Charakter, der Zuschauer dürfte kaum Sympathien für ihn entwickeln können und bietet daher auch keinerlei Möglichkeit zur Identifikation mehr.

Der Film setzt unmittelbar mit dem Ende des vierten Teils ein, wobei man sich sogar erdreistete, dieses umzuschneiden.
Michael Myers kann nun doch entkommen und wird schwer verletzt von einem Obdachlosen aufgenommen (!), wo er sich dann erstmal richtig ausschläft (nämlich 1 Jahr lang am Stück!!).

Jamie Lloyd, Michaels Nichte (Danielle Harris), hatte ja als schockierenden Schlußakt des vierten Teils versucht ihre Stiefmutter zu töten. Inzwischen wurde sie in eine Psychiatrie eingewiesen und ist aus unerfindlichen Gründen ihrer Sprache nicht mehr mächtig.
Ihr Gekrätze und ihre wilde Gebärdensprache, mit welchen sie sich zu artikulieren versucht, sind dermaßen unträglich, daß es Überwindung kostet, sich den Film weiter anzusehen, bis sie dann endlich doch wieder sprechen kann (?).
Als filmische Innovation erfahren wir ferner, daß Jamie in einer Art von telepathischen Kontakt zu ihrem Onkel steht, der sich immer wenn Myers mordet, in epileptischen Anfällen entlädt. Der Fiesling Dr. Loomis ist bemüht, sich Jamies Fähigkeiten nutzbar zu machen, um den Massenmörder endlich zu stellen und Jamie schließlich dabei als Köder zu verwenden.
Zeitgleich kehrt Myers genau ein Jahr später am Halloweenabend zurück nach Haddonfield und nimmt die Verfolgung seiner Nichte auf.

Was mir schon gleich am Anfang des Films stark mißfiel, war, daß Jamies Stiefschwester Rachel (Ellie Cornell) mit welcher man im vierten Teil rund neunzig Minuten lang mitfieberte, erstmal sofort umkommt.
Dafür führt "Halloween V" neue Charaktere in die Handlung ein :
Darunter ein Namensvetter des Mörders, der sich als Über-Macho gebährdet und dem sein peinlicher Automobil-Fetischismus auch schließlich zum Verhängnis wird.
Dann sind noch die beiden debilen Polizeibeamten erwähnenswert, bei deren Auftritten (man glaubt, nicht recht zu hören!) im Hintergrund Klamaukmusik gespielt wird.
Zugleich werden in "Halloween V" die inhaltlichen Neuerungen der Halloween-Saga introduziert, die dann im darauffolgenden Teil explizit eingebaut werden sollten. Damit verliert "Hallween V" nicht nur massiv an Eigenständigkeit als Film, der Zuschauer kann einfach nur hoffnungslos darüber spekulieren, warum Myers nun ein Runensymbol an der Hand trägt, gleichfalls die geheimnisvolle schwarzgekleidete Gestalt, die Michael Myers am Ende zur Flucht verhilft. Da "Halloween V" 1989, der folgende Teil aber erst 1995, also sechs Jahr später gedreht wurde, ist das ganze Ergebnis mit seinen ganzen Ungereimtheiten einfach nur ärgerlich.
Warum dann Dr. Loomis am Ende des Teil V noch stirbt, um dann im offensichtlich bereits angesetztem Nachfolger doch wieder aufzutauchen, ist mir ein Rätsel.

Zu den lobenswerten Aspekten des Films zählt zunächst, daß im Vergleich zu den Vorgängern augenscheinlich mehr Geld investiert wurde, was u.a. auch der Gewaltdarstellung zuträglich war, wobei aber im Vorfeld seiner Veröffentlichung auch wieder an den Effekten gekürzt worden sein soll.
"Halloween V" wirkt im Vergleich zum vierten Teil wesentlich düsterer und bedrohlicher, hat dafür aber im Gegensatz zu diesem unüberschaubare Längen in der Handlung.
Am besten hat mir die Variation des charakteristischen "Soundtracks" der Halloweenfilme gefallen, welcher hier mit schweren choralähnlichen Gesängen unterlegt wurde.
Immerhin :
5/10

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