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Michael Myers ist doch nicht tot und kehrt nach Haddonfield zurück, um seine kleine Nichte Jamie umzubringen. Die Polizei braucht ihre übliche Bedenkzeit, bis sie Dr. Loomis glaubt und gibt sich von da an Mühe, als Dorfclowns dazustehen. Die potentiellen Teenieopfer feiern Halloween, alles beim Alten könnte man denken. Regisseur Dominique Othenin-Girard setzt in der zweiten Hälfte immer mehr auf Suspense und Horror. Das ist löblich, denn die eigentliche Handlung ist äußerst dünn und transportiert nichts Greifbares. Statt dessen macht "Halloween 5" alle möglichen Ausflüge in andere Horrorsparten, was sich schlicht als platt und unpassend erweist. Alle möglichen Ansätze von Mystery halten in diesem klassischen Slasher Einzug, das ist wild zusammengewürfelt und völlig unnötig. Jamie ist mittlerweile stark thelepatisch veranlagt und der böse, schwarze Mann verdoppelt sich geradezu, denn zwischendurch taucht ein Gringo in Mantel und Sporen auf, der, genau wie M.M. neuerdings, eine Runentätowierung trägt. Zum Glück vergißt Michael Myers seine eigentliche Berufung nicht und bringt bevorzugt abfeiernde Teenies um die Ecke, spektakuläre Goreszenen sollte man aber nicht erwarten, da hat der Kollege Jason Vorhees nach wie vor mehr zu bieten. Danielle Harris als Jamie gibt eine überzeugende Leistung ab, das ständige "Tina, Tina" Geplärre muss man allerdings in Kauf nehmen, Donald Pleseance als Dr. Loomis wird langsam als bessesener Psychiater zum Wahnsinnigen, der in seiner rücksichtslosen Art bald selbst eine Gefahr darstellt. Wenn allerdings Jamie auf sich selbst gestellt ist, entstehen spannende, teils düstere Szenen, die zudem durch gekonnte Ausleuchtung glänzen. So gibt es zum Ende hin Horror vom Feinsten bis die letzte Wende alles wieder einreißt, schade.

Fazit: Schwankend zwischen Unglaubhaftigkeit (oder auch Mysteryversuchen) und ein paar guten Horrorszenarien geht "Halloween" in die fünfte Runde. Eher für eingefleischte Fans. 4/10 Punkten

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