Kennen sie noch Ed Wood? Jene Trash-Ikone von Regisseur, der sich in den 50ern einen Namen machte, mit Filmen, die allesamt so derartig schlecht waren, dass sie irgendwo schon wieder schwer unterhaltsam waren? Vielleicht kennen sie ja sein größtes Schund-Meisterwerk "Planet 9 from Outer Space", jenen Streifen, der bis dato als der "Schlechteste Film aller Zeiten" gehandelt wird. Wirklich kein Regisseur war schlechter, in seiner Schaffenskraft, als er! Doch nun scheint es jemanden zu geben, der ihm diesen untersten aller Plätze streitig machen will und er kommt zudem aus Deutschland: Dr. Uwe Boll! Der bereits nach zwei größeren (und einigen kleineren, eher unbekannten) Filmen, schon als heißer Ed Wood-Nachfolger gehandelt wird. Und trotzdem soll er noch einige Machwerke im Petto haben. Na ja, kommen wir nun aber erst einmal zu jenem denkwürdigen Streifen, der es auf Anhieb auf den 10. Platz der IMDb-Bottom-Charts geschafft hat. Und das zurecht!
Mit "Alone in the Dark" hat es Boll geschafft, seinen schon höchst dillethantischen Vorgänger, "House of the Dead", noch einmal zu unterbieten. Denn hier stimmt nun wirklich gar nichts mehr. Die Geschichte und das Drehbuch sind schon einmal absolute Gülle. Was sich Boll und sein Team hier für einen unaussprechlichen Scheiss-Dreck ausgedacht haben, sprengt schier den Rahmen einer jeden Leinwand. Und dabei ist das Schlimmste noch der eklatante Mischmasch aus allem, der so gar nicht zueinander passt. Wir sehen Edward Carnby (Christian Slater an seinem absoluten Tiefpunkt) zuerst einmal durch ein paar hohle Gassen einer Stadt laufen, bevor er dann von einem völlig bekloppt wirkenden Typen angegriffen wird. Alles passiert in bester (bzw. schlechtester) Matrix-Manier, sprich wir sehen fast alles in Zeitlupe. Ein paar dillethantische Kameraschwenks später, ist Carnby dann zu Hause in der wohl trostlosesten und scheußlichsten Kulisse, die ich je erblicken durfte. Dann spielt er ein wenig mit einem gefundenen Artefakten herum, trifft seine Ex-Freundin die das Teil untersuchen soll, hat zwischendurch mal Sex mit ihr, begibt sich danach in einen komischen Keller und macht dort irgendwelche undefinierbaren Viecher platt, um dann in einer leergefegten Stadt herum zu irren. Und das wars dann! Spannend was? Ja, solch eine Story hat nicht einmal mehr Trash-Qualitäten! Nein, sie ist schlicht und ergreifend Tod-Langweilig und natürlich so etwas von mörderisch unlogisch, dass man aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus kommt. (Und das, obwohl man sich eigentlich vorgenommen hat, sich nicht darüber aufzuregen!)
Aber nicht nur die Storyelemente und das Drehbuch sind der letzte Schrott, auch die Inszenierung schlägt dem Fass den Boden aus. Nicht nur Boll scheint ein großer Stümper zu sein, auch all seine Kollegen scheinen vom selben Schlag zu sein. Das fängt schon bei den schrecklich nervtötenden Actionszenen an. Zum einen sind sie an die vollkommen falschen Stellen gesetzt worden, zum anderen sind sie so etwas von unterirdisch choreographiert und mit der Kamera eingefangen worden, dass man sich die ganze Zeit fragt, wer jetzt gerade wenn erschießt und warum. In aller Regel sieht man nur die Kugeln durch die Dunkelheit fliegen und keiner weiß, wo bzw. wenn sie getroffen haben und wo sie überhaupt herkommen. Alles ist höllisch unübersichtlich, verdammt hektisch und wirklich in keinster Weise unterhaltsam ausgefallen.
Weiter geht es mit dem unterirdischen Versuch Bolls, Atmosphäre zu schaffen. Anscheinend hat sich Boll in irgendwelchen uralten schlechten Filmen kundig darüber gemacht. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum er meint, dass das bloße Flackern von ein paar Lichtern schon atmosphärisch sein soll. Von einem gekonnten Einsatz der sonst so wirksamen Mittel, wie z. Bsp. einem gewissen Geräuschepegel oder eben der Dunkelheit, ist absolut nichts zu spüren. Dazu gibt es dann noch ein paar unglaublich billig ausgefallene Schockeffekte, die allesamt vorhersehbar sind und wirklich niemanden erschrecken können. Wer bei diesem Film Angst kriegen sollte, der fürchtet sich wirklich vor alles und jedem.
Ganz schlimm auch die billigen Spezial Effekte, die wohl von nahezu jedem Direct-to-Video-Filmchen, den Rang abgelaufen kriegen dürften. Boll ist mit seinen Spezial-Effekten irgendwo in den 80ern hängen geblieben und präsentiert deshalb Effekte der absolut schauderhaftesten Sorte. Am allerschlimmsten sind da vor allem die dusseligen und scheußlichst animierten Monster ausgefallen, die wirklich an jedem Atari besser aussehen dürften. Ich glaube George Lucas und sein Team von ILM würden sofort zu Massenmördern werden, wenn sie sich diese "Arbeit" anschauen würden. Denn das hier Präsentierte, ist wirklich nicht mehr Worte zu fassen und fernab von alle dem, was man heute auf der Leinwand erwarten darf.
Was haben wir dann noch? Ach ja, den Schnitt. Wie schon weiter oben erwähnt, passt hier wirklich keine Szene an die Andere. Boll und sein Cutter haben einfach eine beliebige Szene an die nächste geklatscht, in der Hoffnung, der Zuschauer würde es nicht merken. War es gerade noch hell, so ist es im nächsten Moment gleich mal stockduster, steht die Figur eigentlich links im Bild, so ist sie plötzlich, wie von Geisterhand, auf der anderen Seite der Leinwand zu entdecken. Von einem gewissen Feingefühl, beim Zusammensetzen der einzelnen Sequenzen, ist absolut nichts zu entdecken. Eher hat man das Gefühl, dass der Cutter wohl besoffen gewesen sein muss.
Und auch die Darsteller gehören allesamt zum Miesesten vom Miesen. Auf die ganzen Stümper in den Nebenrollen will ich da gar nicht einmal eingehen, es sind vor allem Christian Slater und Tara Reid, die einen hier so maßlos enttäuschen. Slater schafft es leider überhaupt nicht, der, in den Spielen sonst so sympathischen, Figur, Leben einzuhauchen. Hölzern, gelangweilt und wirklich absolut unsympathisch, ist er einfach nur die absolute Fehlbesetzung von Carnby und somit auf dem absoluten Tiefpunkt seiner gesamten Karriere. Und Schnuckelchen Reid, sollte schleunigst den Manager wechseln, damit ihr junges Talent nicht für solch einen Schwachsinn vergeudet wird. Wobei man allerdings auch bei ihr sagen muss, dass auch sie sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Ein absolutes Trauerspiel!
Einzig und allein die Musikauswahl, dieses bollischen Machwerkes, könnte überzeugen, wenn sie nicht so stümperhaft eingesetzt worden wäre. Denn sowohl die Songauswahl als auch der Score können durchaus gefallen. Doch zu welcher Szene welcher Song passt und wann man diesen oder jenen Score-Takt anschlägt, dass muss Boll noch kräftig lernen. Denn wenn die Musik plötzlich im Übermaßen anschwillt, obwohl ja eigentlich gar nichts, was gruselig oder erschreckend sein soll, passiert, dann nütze der ganze gute Score nichts! Und somit dürfte auch die letzte Chance vergeben worden sein, wenigstens auf einen vollen Zusatzpunkt zu kommen!
Fazit: Eine Game-Umsetzung der absolut schlimmsten Sorte. Boll hat es wirklich in keiner Filmsekunde geschafft, den Reiz und die Faszination der Action-Adventure-Klassiker, auf die Leinwand zu adoptieren. Was geboten wird, ist filmischer Mist der absolut niedrigsten Sorte. Eine grauenhaftes Drehbuch, dillethantischst umgesetzt und mit Schauspielern, die allesamt am Ende zu sein scheinen. Nur in punkto Songauswahl und Score hat Boll einen guten Griff gemacht. Doch das nützt nichts, wenn er sie an den falschen Stellen einsetzt. Unterm Strich wirklich kaum zum Aushalten!
Ed Wood war wenigstens noch unterhaltsam, sein Nachfolger ist nicht einmal das! Möge er schnellstmöglich den Beruf wechseln!
Wertung: 1,5+/10 Punkte