Review

Wenn Uwe Boll einen Filmdreht, ist das schon gefährlich. Wenn eine Schauspielerin die bisher in Filmen wie "Düstere Legenden", "American Pie", und "Party Animals" "glänzte", eine Wissenschaftlerin in einem Horrorfilm spielt, wird's nochmal gefährlicher. Und wenn Artefakte und ein Haufen hirnamputierter Soldaten auch noch eine wichtige Rolle spielen, dann ist der Todescocktail komplett.
Was uns Uwe "Da Checka" Boll hier liefert ist echt unterste Kanone, vermutlich kann selbst der von schrottreifen Filmen wie "Flesh For The Beast" noch so einiges lernen.
Wo fange ich am besten an? Genau, der Story! Die Story ist...wow! 80% erfährt der Zuschauer direkt zu Beginn des Filmes in Form von einem eingeblendetem Text. Doch sofern man den Text durchgelesen hat, kann man eigentlich schon wieder ausmachen, denn sehr viel mehr wird man im Film nicht mehr erfahren. Die meiste Zeit eiern die Protagonisten im Film von einem Ort zum anderen. Damit dies nicht zu bescheuert rüberkommt werden die einzelnen Szenen stets von einem Inneren Monolog des Protagonisten überbrückt. Und damit der Zuschauer auch ja nicht denkt das es keine Charaktertiefe gibt, handeln diese selbstverständlich ausschließlich von der ach so aussagekräftigen Vergangenheit des Helden, die einen schon nach dem ersten Monolog volle Kanne am Arsch vorbeigeht. Doch das ganze ist noch recht erträglich, denn erst ab der 2. Filmhälfte, also schätzungsweise ab der 40. Minute, geht die Post erst so richtig ab, und es startet der Frontalangriff auf die Gehirnzellen des Zuschauers! Nachdem die 2 Protagonisten Christian "warum mach ich den Scheiss eigentlich?" Slater und Tara "Wer will mich ficken?" Reid es zusammen getrieben haben, und Tara innerhalb von einem Szenenwechsel sowohl ihre Frisur als auch ihr Outfit ändern konnte, und sich noch schnell die Brille aufgesetzt hat, stürmen Monster in die Wohnung. Der Grund dafür geht im Laufe des Films irgendwie unter bzw. wird nie erwähnt, aber scheiss egal, es gibt ja Action! Also wird da auf die Viecher geballert was das Zeug hält, mitten in der Wohnung findet der Protagonist plötzlich ein vollautomatisches Gewehr mit Zielfernrohr, ballert ein Monster ab, welches zuvor lieber im Zick-Zack durch Wände gesprungen ist, als einfach durch den Gang zu sprinten, und BOOOOM, plötzlich Heavy Metal Musik, das Licht geht aus, Soldaten stürmen die Wohnung BANG BANG BANG, keine Sau kapiert was da gerade abgeht, aber hey, das ist doch GEEEIIIL. Irgendwann sind dann irgendwie alle tot, Licht ist wieder an, der Protagonist redet kurz mit dem Kommandanten der Soldaten, plötzlich wieder ein Monster, und YEAH - BANG BANG BANG, alle sterben, keine Sau kapiert warum, aber schließlich ist Ruhe und die Helden ziehen ab.
Nächstes Highlight ist die Miene wo der furiose Showdown auf den Zuschauer wartet. Es fängt schon damit an das alles schweinedunkel ist, draußen hocken ein paar Soldaten, innen gehen die kuhlen Protagonisten durch die düsteren Gemäuer. Dort treffen sie nach einer Zeit auf eine Art Wurm, whatever, der durch den Sand krabbelt. Und dies, ist die wohl dümmste Szene im ganzen Film.
Rückblende, eine der ersten Szenen: Der Protagonist wird von einem Agenten, bzw. einem dieser Monsterviecher in einem Taxi verfolgt. Der Kampf dauert etwas, bis der Protagonist schließlich aus einer Entfernung von 10 bis 15 Metern zwei Kugeln auf seinen Gegner schießt. Eine davon zerstört einen Eisblock, der genau in der Schusslinie ist, die andere Kugel fliegt durch den somit geschaffenen Freiraum, weitere 10 Meter, und direkt ins Herz des Gegners. Eiskalt kalkuliert. So, wieder zurück zu unserer Szene. Dieser Wurm, sicher gut nen Meter lang, und im Close-Up sicher so breit wie ein Schuh, saust nun zwischen den Füßen der Helden und Soldaten rum. Und was macht unser Profi-Schütze Slater? Er verballert sein ganzes Magazin (bzw. zwei, oder auch drei, die Magazine in dem Film können unbegrenzt viele Kugeln fassen) auf dieses Vieh, trifft es aber nicht. Danach schnappt er sich 'n Maschinengewehr, aber auch damit trifft er das fiese Vieh nicht. Klickt's? Draußen werden derweil alle Soldaten von diesen Monstern gefressen. Aber irgendwie verdienen dies ja, den Soldaten die selbst zu zweit ein Monster nicht treffen, das 2 Meter vor ihnen steht, gehören gefressen.
Unten finden die Helden schließlich irgendein Labor wo Waisenkinder zu solchen Freaks gemacht wurden, töten den Befehlsgeber der Kreaturen (sehr schöne Szene, ein Jagdmesser wird auf 6 Meter distanz akkurat genau zwischen die Rippen des Mannes geworfen, während dieser zuckt als hätte er grad einen Rock'n Royal Burger von McDonald's gegessen und stumpf auf die Decke ballert (im weiteren Verlauf ist die Leiche in dem Raum plötzlich verschwunden, das einzig wirklich 'mysteriöse' bzw. 'unheimliche' am ganzen Film)). Naja, das ganze entwickelt sich dahin das nur Protagonist und Tittenfee überleben, und sich der Soldatenhonk mit allem in die Luft jagd. Ich persönlich habe ja die Vermutung das sich Stephen Dorff gegen Ende sagte "Komm, den Scheiss tu ich mir nicht weiter an, ich bring mich im Film jetzt um!". Denn der Wutausbruch als er meint, dass seine Männer alle umsonst gestorben sind, ist so authentisch, dass ich glaube das diese Worte eher dem Herrn Boll galten.. aber naja, ist nur so eine Vermutung (:
Schön am Ende ist noch als Protagonist und Party Animal aus der Miene fliehen, alles hinter ihnen in die Luft fliegt, und beide mit den Worten "I can't believe..." vom Ort des Geschehens stumpf weggehen (kommt, wer hat in dieser Szene NICHT auf den Arsch von Tara Reid geglotzt? Das war im ganzen Film doch das einzige, ansatzweise ansehbare).
So, wer mir jetzt sagen will "Hey, in der Story musst du ein bisschen interpretieren! Das war doch alles dieser alte Museumstyp der die Monster da auf die gehetzt hat!", der findet in "Flesh For The Beast" sicherlich Unmengen gesellschaftskritischer Ansätze und Vorschläge die Welt besser zu machen. Dieser Film ist in seiner ganzen Entwicklung und Präsentation sowas von stumpf und ermüdend, dass selbst 10 Stunden volle Power Sesamstraße mit Genuss von Haschisch weniger Gehirnzellen wegbrennen als das hier.
Aber insgesamt kann man vielleicht eins sagen: "Alone In The Dark" ist definitiv ein würdiger Nachfolger von "House of the Dead" [...]

1/10

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