Review

Zu den Fähigkeiten von Dr.Uwe Boll, der nach „House of the Dead“ hier seine zweite Videospielverfilmung für die Großleinwand abliefert, braucht wohl nicht so viel gesagt werden, der Mann hat schlichtweg kein Talent für Kinofilme, den Enthusiasmus will ich ihm nicht absprechen, aber mich würde ehrlich interessieren, wie lange es noch Hollywoodproduzenten geben wird, die Geld in diese Gurken pumpen wollen.

„Alone in the Dark“ handelt, getreu den Horror-Action-Games, von irgendwelchen alten Zivilisationen und Artefakten, die dazu führen können, daß unheimliche Wesen aus fernen Welten oder Dimensionen unsere Erde heimsuchen. Passend dazu gibt es noch eine staatliche Organisation, die dagegen kämpft, Experimente mit Kindern, die zu Spätfolgen führen und reichlich Unterwanderung durch die böse Seite.
Informiert über den ganzen Sums werden wir mal wieder durch einen ewig langen Rolltext gleich zu Beginn, sicheres Zeichen für einen grottenschlechten Streifen, der seine minderwertige Geschichte eben nicht selbst transportieren kann.

Die ist für das dann Gezeigte auch nicht wirklich notwendig, da es eh nicht sonderlich interessant ist.
Christian Slater, Fachmann für B-Ware, gibt uns denn auch den renegaten Artefaktejäger, der ehedem eins von den experimentellen Versuchskindern gewesen ist. Der darf dann eine alte oder neue Liebe treffen (Tara Reid aus „American Pie“, die es immerhin drauf hat, gut auszuschauen, sonst aber keine Funktion besitzt) und sich mit dem Leiter der staatlichen Behörde rumzukloppen (Stephen Dorff, Fachmann für C-Ware).
Während umständlich noch ein paar Extras rund um die Prophezeiung erklärt werden, sind unsere „Helden“ Ziel für zahlreiche Angriffe aus dem Dunkel, durchgeführt von ein paar deutlich am PC ausgedachten Monstren, die man am besten mit Leuchtspurmunition alle machen kann, schon wegen des Effekts. Die Viecher greifen im Verlauf immer wieder an (gähn!), zunehmend mit größeren Stückzahlen (doppelgähn!) und sammeln sich dann um eine geheimnisvolle Mine für ein letztes großes Gefecht (dreifachgähn!), in dem so ziemlich jeder dran glauben muß, außer unseren Hauptdarstellern.
Grund genug für Onkel Boll, mal wieder bombastisch den Abzug drücken zu dürfen, es fliegen die Kugeln, daß es eine wahre Freude ist und wie üblich ohne Sinn für Stimmung, guten Schnitt, Stimmung oder Atmosphäre.
Das Mittel der Steigerung ist Bolle nur rudimentär bekannt und wirklich begeisternd ist nur, daß der Film in seiner ganzen Kürze total überraschungsfrei daherkommt.

Ein bißchen „Das Relikt“ wird da zusammengemischt mit reichlich „Alien“ und gerade so viel Inspiration bei den Werken H.P.Lovecrafts, um Plagiatsklagen zu vermeiden.
Am Ende gibt’s doch tatsächlich noch ein Tor in eine andere Dimension, die ganz dunkel und unheimlich ist (Mönsch, ist das aufregend!) und das wird dann gesprengt (wozu, wenn die Scheißviecher auch ohne es erst zu öffnen bei uns rumkraxeln?), was einen supi Showdown abgibt.

Und als Bombenschlußgag ist dann eine US-Großstadt entweder entvölkert oder evakuiert worden, uhuhu, was wohl noch als Fortsetzungsandrohung verstanden werden kann (da mach ich mir bei dem Einspiel aber keine Sorgen drüber).

Im direkten Vergleich ist AITD einen Hauch versierter als HOTD ausgefallen, aber es mangelt immer noch an Inspiration, guten Einfällen und allem, was gutes Kino einfach ausmacht. Wem sowas noch gefällt (solls ja geben), der sucht vermutlich im Internet auch nach Bedienungsanleitungen für Bücher. Aber so wie es aussieht, darf Uwe Boll ja noch weiterüben und dieser „Erfolg“ ist das Unheimlichste, was Boll je hervorgebracht hat. (2/10)

Details
Ähnliche Filme