Wie schon öfters in der Vergangenheit, liefert SUNFILM mit "Return to sender" einen kleinen, feinen Thriller ab, der es auch mal schafft, Handlungsstränge und Ideen mit einfliessen zu lassen, die man so nicht schon tausend mal vorher gesehen hat.
Frank, ein abgetakelter Ex-Anwalt verdient seinen Lebensinhalt moralisch äußerst fragwürdig. Er verscherbelt die letzten Briefe von Todeskandidaten an die meistbietende Zeitung. Bei Charlotte Corey, seiner neusten "Brieffreundin" winkt sogar ein richtiger Batzen Geld. Ihr Fall wirbelte gewaltig Staub auf, da es sich um den Mord an einem 2 jährigen Mädchen handelte, die noch dazu die Tochter eines angesehenen Bürgers der Stadt war. Allerdings muß Frank diesmal das selbstauferlegte Tabu brechen und Charlotte in der Todeszelle besuchen, da sie den Briefkontakt mit ihm ansonsten einstellen würde.
Anfangs geht es ihm nur um das Geld, plaziert er am Tatort des Verbrechens sogar falsche Indizien. Mit zunehmender Dauer stellt er jedoch fest, das die Geschichte von Charlotte einige Löcher hat. Nimmt sie die Schuld auf sich um jemanden anderen zu schützen?
Aidan Quinn, der mir besonders in BLINK schon sehr positiv auffiel und Connie Nielsen (im Vergleich zu BASIC äußerlich kaum wiederzuerkennen) tragen den Film fast im Alleingang. Die Story ist sehr gut ausgeklügelt und hat einige Wendungen aufzuweisen, die man eher nicht vermutet. Klasse auch der "Sex in der Todeszelle" (genaueres wird nicht verraten).
Der Film ist ein eher ruhiger Vertreter seines Genres und vermag nicht durch viel Action sondern eher durch die Mimik der durchweg guten Darsteller und die brilliante Kamera zu fesseln. Bille August`s Regie ist (wie auch in dem grandiosen "Fräulein Smilla`s Gespür für Schnee) sehr feinfühlig und zeigt ein großes Gespür (na das passt doch) für Atmospähre und stetigen Spannungsaufbau.
Wer nicht immer großes Hollywood-Kino sehen muß, dem sei diese Mischung aus Drama und Thriller ans Herz gelegt..
8/10