Review

Ab und an kann es vorkommen, dass ein Film aufgrund seiner Darstellung von Gewalt dermassen gehypt wird, dass man sich als Fan des "phantastischen" Genres nicht dagegen wehren kann ihn sich anzusehen. So ist es auch bei Nick Palumbos "Murder-Set-Pieces". Während der Filmtitel so klingt, als hätte ihn sich der Regisseur morgens um halb acht auf der Toilette ausgedacht, vermag dieser Film nicht mal durch das reisserische Cover den Zuschauer zu locken. Zum Glück gibt es ja noch so etwas wie "Mundpropaganda" und die hatte es im Fall von "Murder-Set-Pieces" wirklich in sich. Da wurde vom brutalsten und Frauen-feindlichsten Film aller Zeiten gesprochen und es war klar, dass der Film die Genre-Gemeinde in den nächsten Monaten in seinen Bann zieht.

Nun gut, kommen wir mal zum (recht dürftigen) Inhalt:

Unser "Held", seines Zeichens deutscher Abstimmung mit einem ausgeprägtem Hang zur politisch rechten Seite (sprich ein Nazi, wie er im Buche steht) kann seine Finger nicht vom weiblichem Geschlecht lassen. Es macht ihm sehr grossen Spass seine weiblichen Opfer zu vergewaltigen, zu foltern und zu töten. Nebenbei macht ihm aber die Schwester seiner neuen Freundin einen Strich durch die Rechnung und kommt hinter das Geheimnis unseres rechts-orientierten Massenmörders.

Hört sich jetzt nach einem extravaganten Nazi-Ploitationer an. Das ist "Murder-Set-Pieces" aber auf keinen Fall.

Dadurch, dass der Hauptdarsteller ein Nazi und ein Mörder ist, nimmt man dem Zuschauer die Identifikationsmöglichkeit von vornherein weg. Und das macht den Film auch so einzigartig. Denn einenFilm aus der Sicht des "Anti-Helden" zu erleben ist schon etwas besonderes und das macht den Film auch zu einem bizarren Erlebnis. Man möchte eigentlich, dass der Film schon nach kürzester Zeit zu Ende ist und dem Hauptcharakter wünscht man bald sämtliche Krankheiten dieser Welt. Aufgrund dessen wird der Film bald unerträglich und es wird schlimmer, je mehr man von seinen Greueltaten mitbekommt.

Warum wieder einmal ein Deutscher für die Rolle des Nazis herhalten musste ist denke ich klar, auch wenn einige noch immer nicht so damit klar kommen, aber Klischees müssen halt bedient werden in der heutigen Filmwelt.

Und nun zum Hauptgrund, weswegen ich mir den Film zugelegt habe. Ist er wirklich so hart? Ist er wirklich so Frauenverachtend?
Nein, ist er nicht. Natürlich ist der Film ungemein gewalttätig und die Gewalt richtet sich nur gegen Frauen, allerdings kann man hier absolut nicht von einem Novum sprechen. Das gabs in gleicher Form schon zig Mal in anderen Filmen zu sehen und damit ist "Murder-Set-Pieces" alles andere als ein Tabubrecher. Und auch Morde an Kindern hatte man schon zuvor gesehen. Ich errinnere da nur mal an das Kleinkind, das in "Friedhof der Kuscheltiere" als Holzkohle verwendet wurde. Also in diesem Punkt muss ich leider alle enttäuschen, die sich hier bahnbrechende Gewaltszenen erhofft haben.

Darstellerisch geht es in diesem Film solide zur Sache. Unser Hauptdarsteller spricht eigentlich nicht viel, aber dafür hat er den "irren" Blick perfekt drauf. Die weiblichen Rollen wurden hauptsächlich von Frauen aus dem "horizontalen" Gewerbe gespielt, allerdings wurden die meisten auch wirklich nur für Sexszenen verwendet. Auch musikalisch geht es eher solide zu, auch wenn einige Klänge durchaus auch den Weg in den Gehörgang finden. Für einen Amateurfilm gibt es hier also jede Menge zu bestaunen.

Fazit:
"Murder-Set-Pieces" ist zwar nicht der erhoffte Tabubrecher, für den ihn wohl viele halten. Es handelt sich hierbei um einen netten Genre-Film der etwas anderen Art. Dadurch das der Hauptdarsteller faschistische Züge hat, hasst man ihn ab der ersten Minute und so werden seine Aktionen zu einer Qual für den Zuschauer. Für mich ist der Film ein kleiner Geheimtipp und das gerade weil er nicht der erhoffte blutrünstige und Gewaltverherrlichende Slasher ist. Der Film ist zwar nichts für Zart-Besaitete, aber wer sich hier einen Menschenverachtenden Film erwartet ist bei "Murder-Set-Pieces" ganz klar falsch.

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