Der Film „Murder Set Pieces“ von Regisseur und Autor Nick Palumbo schlug schon in seinem Ursprungsland den USA große Wellen der Entrüstung. In anderen Ländern dürfte es diesem Film nicht anders ergehen, denn „Murder Set Pieces“ ist definitiv ein schwer verdaulicher Film.
Der Film erzählt die Geschichte eines deutschstämmigen Fotografen, der in Las Vegas ansässig ist. Immer wieder tötet er Frauen, um seine Wut und seinen Zorn unter Kontrolle zu bringen und dadurch den Hass auf seine Mutter zu bekämpfen. Dabei verliert er immer mehr die Kontrolle.
„Murder Set Pieces“ ist wirklich harter Tobak. Nicht unbedingt im Sinne von Splatter- oder Gewaltdarstellung, aber von der Thematik und dem Umgang mit dieser. Der Film folgt fast ausschließlich den Taten des Killers und lässt diese unkommentiert stehen. Eine besondere Rahmenhandlung existiert nicht. Mich hat der Film etwas an „Henry“ und „Scrapbook“ erinnert, die beide in ähnlicher Thematik verweilen. Die Morde, wenn auch für den Splatterfan eher uninteressant, sind von der Intensität her sehr hart gefilmt und machen später auch vor Kindern nicht halt. Hier wird für viele sicherlich eine Grenze überschritten. Vor allem in der Szene wo ein kleines weinendes Kind seine getötete Mutter sieht, fragt man sich, ob das nun wirklich nötig war.
Dennoch muss man die schauspielerischen Leistungen von Sven Garrrett positiv hervorheben. Sie sind nämlich hervorragend gespielt. Immer wieder fängt er an auf Deutsch zu reden (im englischen Original) und verfällt mehr und mehr dem Wahnsinn. Ein Entkommen scheint es auch für ihn nicht zu geben.
In Gastrollen sind übrigens Tony Todd („Candyman“), Gunnar Hansen („Texas Chainsaw Massacre“) und Ed Neal („Texas Chainsaw Massacre“) zu sehen.
Ein weiterer Pluspunkt des Films ist die gelungene Fotografie des Films. Anders als in vielen anderen Independent Streifen werden hier stimmungsvolle Bilder geliefert. Die Sets sind gut ausgeleuchtet und mit einem guten Schnitt versehen. Palumbo versteht es sowieso im richtigen Moment zu schneiden. Die Morde werden immer im richtigen Moment ausgeblendet, so dass der Film nicht zu einer Schlachtpalette verkommt.
Leider muss auch etwas gemeckert werden. Die Handlung um das kleine Mädchen wirkt nicht rund und dazu noch reichlich unrealistisch wenn sie im Showdown gegen den Killer kämpft. Auch einige weitere eingestreute Handlungsschnipsel wollen nicht so recht ins Bild passen und das Naziklischee hätte man sich schenken können.
Fazit: Unangenehm und trotzdem faszinierend. Ein Film der sicherlich für Diskussionsstoff sorgt, und trotz seiner Grenzüberschreitungen nicht zu plump oder zu plakativ wirkt. Für die harte Fraktion sehenswert.