Ein heldenhafter Recke, promoviert durch seine Zeit in Vietnam, muss einen ehemaligen Kameraden & Überlaufer samt Meuchelbande zur Strecke bringen, weil die unfairerweise Frau & Kind in die Luft gesprengt hat. Nach vollendetem Werk hängt sich der Bruder des Getöteten, Sheriff eines kleinen Kuhkaffs, mitsamt seiner Mannschaft an die Fersen des Veteranen, welcher sogleich mit seinem MG 82 in die nahegelgenen Wälder flüchtet. Alleine mit der Situation überfordert, holen die Vertreter der Justiz alsbald die Nationalgarde zur Hilfe....
Wer zumindest den zweiten Teil der Story erkennt, bekommt 99 Gummipunkte und darf so viele Waschmaschinen mit nach Hause nehmen, wie er tragen kann. Wenig sinnvoll, meinen sie? Allemal sinnvoller, als sich mit diesem Streifen zu beschäftigen....
Nun erwartet man ja bei einer "Regiearbeit" von Cirio H. Santiago von vorneherein nicht allzuviel in Sachen Story, Schauspiel & Effekten, und es ist ja auch nicht so, als dass der Mann nur schlechtes und unansehliches vollbracht hat ( wenn Santiago bspw. mit Richard Norton zusammengearbeitet hat, hatte das zumindest noch ein klein wenig Charme und Unterhaltungswert ).
Aber dieses Projekt hier ist wahrlich in die Hose gegangen. Schon die Eingangssequenz in Laos macht keine Laune, auch aufgrund der höchst spannungsarmen & preiswerten Inszenierung ( Stichwort: Hubschrauberangriff ). Alsbald darauf werden die beiden Hauptprotagonisten auch schon das erste Mal aufeinander losgelassen, um sich nach einer kurzen, aber vollkommen sinnentleerten Schlägerei wieder zu trennen, der Fiesewicht wird dabei im Dschungel bei den Eingeborenen zurückgelassen ( wie man das mit Kriegsverbrechern halt immer so macht ).
Ein paar Jahre später heftet sich der ( unter welchen Umständen auch immer...? ) in die Staaten zurückgekehrte Geschmähte an die Fersen seines Peinigers, und nach einem gescheiterten Versuch bei dem zu Hause wird der Rest der Family ( Frau & Kind ) beim gemeinsamen Wochenendurlaub im Motorboot beim Versuch des Anlassens in die Luft gesprengt.
Daraufhin spürt Rambos' kleiner Bruder die Raselbande auf und es kommt zum ersten Showdown des Films. Spätestens ab jetzt darf herzlich gelacht werden: Nach einem Autounfall schnappt sich der Held der Geschichte ein sattes MG 82, das im hiesigen Gunshop samt reichlich Ammo im Schaufenster steht, welches sich mit einem am Bordsteinrand stehenden Verkehrsschild natürlich problemlos einschlagen lässt, ohne dass ein lästiger Alarm ertönt. Dann rennt er damit los und schiesst, auch gerne mal einhändig oder aus vollem Lauf ( Rückstoss? Trefferquote? ) und trifft natürlich auch alles anvisierte.
Nach der Racheaktion flüchtet man schliesslich wie gehabt vor den Gesetzeshütern in die nahegelgenen Wälder, und da wird dann in allseits bekannter "First Blood"-Manier weiter gemacht: Die Polizisten versuchen es alleine, werden vom Dschungelrecken aber aufgerieben; während die sich Verstärkung holen, muss sich der tapfere Held einer Wundbehandlung an der Schulter unterziehen, der Kampf gegen den Hubschrauber darf natürlich auch nicht fehlen (welcher in einem obligatorisch-billigen Effekt mit dem MG vom Himmel geholt wird); der ehemalige Vorgesetzte aus Vietnam-Zeiten kommt um die Situation unter Kontrolle zu bringen usw. Da wird sich kein bisschen der Scham hingegeben und auch schonmal mit Originalzitaten um sich geworfen ( "Ich würde vorschlagen, das wir damit aufhören!" ), während das Ende doch tatsächlich noch offener ist als das vom Original ( Held ballert mit MG in Richtung Soldaten, die rücken dennoch immer weiter vor -> Bild friert ein; Abspann ).
Sehr viel mehr Worte braucht man über den Film eigentlich auch schon gar nicht mehr verlieren. Während die Familienszenen sogar noch halbwegs passabel gespielt sind, lassen die Actionsequenzen eigentlich nur ausufernden Unmut aufkochen. Selbst für Santiago-Verhältnisse übel zusammengeschnitten ( so dass Kürzungen in den jeweiligen Fassungen dabei gar nicht mehr auffallen ), reichlich preiswert inszeniert und vom unfreiwillig komischen Schauspiel ( wenn man dieses Wort überhaupt noch benutzen darf ) der Nebendarsteller noch zusätzlich ins Lächerliche gezogen. Plotholes der übelsten Sorte, parodiereife Drehbuchkniffe wie das schon erwähnte Beschaffen des MGs oder die Suspendierung des Hauptdarstellers nach der Attacke auf seine Familie ( er darf während eines Einsatzes sämtliche Verdächtige erschiessen / aufschlitzen / was-auch-immer, aber in einer Notwehrsituation Frau & Kind nicht beschützen? ) bspw. und die erbärmlich schlechte Rambo-Kopie der zweiten Filmhälfte machen die Gesamt-Misere komplett.
Selbst für B-Action-Fans, wie ich einer bin, ist dieses Mach(t)werk kaum ansehbar. Jeglicher Charme vergleichbarer günstig finanzierter Filme fehlt hier einfach; da ändern auch ein paar passable blutige Einschüsse & 2 -3 gute Stunts nichts dran.
Bleibt zum Schluss noch die Frage im Raum stehen, was wohl Richard Young dazu getrieben hat, hier die Hauptrolle zu übernehmen. Muss wohl das viele Geld gewesen sein. Gelächter
Hätte nochmal als Parodie unter dem Titel "Hot Shots 3: Schlimmer gehts (n)immer!" aufgelegt für einige schöne Lacher sorgen können; weil das Filmchen aber durchaus ernst genommen werden will, reichts bestenfalls für magere 2 von 10 Punkten.