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Inhalt:

China, während der spätmittelalterlichen Ming-Dynastie. Der Schwertmeister Li Zishan (Tang Ching) wird seit geraumer Zeit von seiner Gattin Li Yuexiang (Kao Pao-Shu) nacht Strich und Faden betrogen. Ihr Geliebter ist der Anführer der "Vicious Long Brothers" -der bösartigen Long-Brüder- Long Zhentian (Lee Pang-Fei), zu dem noch dessen Brüder Long Zhenxiong (Chao Hsiung) und Long Zhenying (Law Hon) gehören.

Die Long-Brüder dringen in das Haus von Li Zishan ein, dieser wird am Fuß schwer verletzt, und die Long-Brüder entwenden das "Golden Dragon Blade", ein Schwert das Eisen durchschlägt und unbesiegbar macht. Dank des ergebenen Dieners Li Sheng (Pang Pang) gelingt Li Zishan die Flucht, zusammen mit den noch minderjährigen beiden Kindern.

Die 4 finden Unterschlupf in den Bergen, beim Kräuter-Farmer "Grandpa" Liu Anzheng (Ku Wen-Chung). Die Long-Brüder verüben indes mit dem "Golden Dragon Blade" etliche Raubzüge und weitere Verbrechen.

18 Jahre vergehen, aus den Kindern sind junge Erwachsene geworden. Li Xiaoyan (Chin Ping) ist eine junge Frau und exzellente Schwertkämpferin, doch braucht sie nach Ansicht ihres Vaters noch Zeit um zu einer Meisterin des Schwertes zu werden. Li Qingsong (Yue Hua) ist ein agiler Schwertfighter, der Li Xiaoyan beisteht. Li Zishan erzählt der Tochter, dass ihre Mutter lange tot sei. Bei einem Ausflug in die Stadt werden sie von der Vergangenheit eingeholt.

Li Yuexiang, die mittlerweile das WanHua-House, ein Edel-Bordell, betreibt, erkennt ihre Tochter wieder. Es gelingt ihr, Li Xiaoyan zu sich zu ziehen, ihr ein Leben im Luxus anzubieten, doch will sie sie letztlich nur prostituieren, da der steinreiche Händler Master Jin (Wei Ping-Ao) ein Auge auf Li Xiaoyan geworfen hat.

Li Qingsong befreit seine Schwester nach einem heftigen Kampf. Doch die Long-Brüder entfachen eine Feuersbrunst in den Kräuter-Bergen, Li Zishan, Li Sheng und Liu Anzheng werden gefangen genommen.

Li Xiaoyan und Li Qingsong wollen nunmehr endgültig Rache üben. Das von ihrem Vater neu entwickelte "Hanglong Blade", ein nunmehr silbernes Schwert das sogar Ambosse durchschlägt, soll hierbei eine entscheidende Rolle spielen! Es kommt zu etlichen Kämpfen, die Gefangenen werden befreit, und zwei der Long-Brüder getötet..., doch erfährt Li Xiaoyan auch von ihrer Mutter Li Yuexiang ihre wahre Abkunft, was eine unfassbare Überraschung für sie bedeutet.

Ein dramatisches Schicksal nimmt nunmehr seinen Lauf..., und es kommt zu einem letzten Show-Down bei einer Schlucht, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1969 drehte Star-Regisseur Ho Meng-Hwa diesen insgesamt gutklassigen und starken Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Ein weiterer WuXia aus dem zu jener Zeit gewaltigen Kanon der Shaw-Studios, die Ende der 1960er und eingangs der 1970er Jahre in diesem Sektor ein ungeheures Produktionsvolumen erzielten.

Ho Meng-Hwa ging aber für seinen Film eher raus aus den Studios, drehte überwiegend outdoor, in einer authentisch-altchinesisch nachgebauten Stadt-Location und an illustren, fast pittoresken Landschaften, insbesondere die Flusslandschaft und eine schluchtartige Kulisse im Finale, boten hier atmosphärische Bilder, so wie "Vengeance is a Golden Blade" bildkompositorisch mit eher dunklen Bildern zu überzeugen vermag. Zudem ist der Streifen intensiv gespielt, die Story ist insgesamt dicht in Szene gesetzt, flüssig und insgesamt spannend erzählt.

Ho setzt nicht nur auf die intensiven Darstellungen seiner Schauspieler*Innen und auf die Swordplay-Fightaction, er will hier auch melodramatische Akzente setzen. Die Geschichte um eine junge Schwertkämpferin, deren Schicksal und Abkunft, wird mit Wendungen und Schlenkern, vor allem vor dem blutig-dramatischen Finale, versehen. Da übertreibt es Ho Meng-Hwa allerdings etwas, die fast schwülstig-melodramatischen Dialoge bremsen den Film etwas aus, selbst die letzte halbe Stunde, wo sich andeutet dass jetzt ein Fight dem nächsten folgt, ist dann doch wieder damit durchsetzt. Das dehnt den Streifen dann auf -für einen solchen WuXia denn zu langen- knapp 100 Minuten Laufzeit. Weniger wäre hier denn doch mehr gewesen, geradezur Mitte hin ergießt sich Ho in melodramatischen Sequenzen, fehlt dem Zuschauer denn der eine oder andere Fight der das alles aufgelockert hätte.

Das ist es denn aber auch schon, was man bemängeln kann. Insgesamt ist "Vengeance is a Golden Blade" ein atmosphärisch und auch handlungsdichter, intensiv gespielter und weitestgehend spannender WuXia-Eastern. Und am Schluss rockt die blutige Fightaction denn "Vengeance is a Golden Blade" nach melodramatischem Twist noch -fast rettend- ins Ziel!

Chin Ping ist das Swordgirl, die Heldin in diesem WuXia-Drama, niedlich ist sie anzuschauen, eine aparte Actrice, keine Schönheit. Aber sie spielt das tapfer, überaus solide und wirft sich todesmutig in jeden Fight. Nicht durchgehend an ihrer Seite, Yue Hua, der ebenfalls solide im Spiel ist, und mit die besten Fights hier abliefert, sein "1 vs. ca. 10"-Fight am Wasser in der finalen Phase ist exakt choreografiert und ein actiontechnisches Highlight. Während Chin Ping auch mal fast weinerlich-verzweifelt ist, kommt Yue Hua fast durchweg sonnyboy-mäßig ´rüber´, und ist der hyper-agile Schwertkämpfer.

Schauspielerisch am Besten ist hier Tang Ching, die Vater-Figur der jungen Geschwister-Helden, gebeutelt, betrogen, verletzt, gefangen, abgekämpft, und Tang Ching spielt das mit allen nötigen Facetten, variabel und intensiv. Starke, darstellerische Performance von Tang Ching.

Die Villains, 3 Brüder die eine Verbrecher-Bande bilden und dieser vorstehen, allen voran Lee Pang-Fei, der alle Bösewicht-Register zieht. Stets hastig nach Auswegen suchend wenn es brenzlig wird, agiert auch er darstellerisch solide. Dann ist da noch Kao Pao-Shu in der zweiten weiblichen Rolle. Jene Actrice die später gar zu einer der wenigen weiblichen Eastern-Dirigentinnen wurde. Sie spielt die die Figur von Tang Ching hörnende Ehe-Brecherin, nicht unbedingt durchgehend so eiskalt-berechnend wie man als Betrachter vorab denken würde. Sie wirkt fast harm- und arglos, mitunter lässt sie gar die innere Verunsicherung ihrer Figur den Zuschauer nach außen hin spüren! Das ist speziell, ungewöhnlich, und somit eine weitere interessante Nuance in Ho Meng-Hwa´s Werk. Kao Pao-Shu´s Figur kann ihrem Schicksal im blutigen Finale denn nicht entgehen..., und das bringt mich abschließend zur Fightaction in diesem Eastern.

Wie bereits angedeutet, hätten es noch mehr Kämpfe hier geben können. Die Fightaction ist für anno ´69 rasant, dynamisch und typisch Shaw Brothers hier blutig ausgefallen. Nur wenige der unvermeidlichen Flugeinlagen stören hier, und die Fightaction, natürlich fast ausschließlich Swordplay, rockt im ersten Drittel mit viel und im letzten Drittel mit noch mehr Bloodshed und Bodycount diesen Eastern letztlich den Betrachter befriedigend ins Ziel.

7,5/10.

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