In einem Frauen-KZ im Norden von Vietnam werden die weiblichen Inhaftierten so lange gefoltert, bis sie zur Tötungsmaschine umfunktioniert sind. Ausgerüstet mit einer Handgranate sollen sie sich zusammen mit dem Feind in die Luft sprengen. Es kommt schließlich zu einer Rebellion unter den Frauen, die mit mehreren Ausbruchsversuchen enden.
Tja, liebes Foltercamp, was genau möchtest du denn sein? Sexploitation im Frauenknast oder Thriller mit ferngesteuerten Attentäterinnen. Offensichtlich im Grunde beides, aber leider von beiden Genres nichts wirklich Zwingendes und so kam doch ein recht überflüssiger Hybrid zustande.
Der Anfang dabei ist noch recht nett, als eine freigelassene aber gehirngespülte Gefangene sich und einen General selbstmordattentätert Dann aber geht es in den Knast und der ist nun wirklich nicht gerade WIP tauglich. Die allesamt weiblichen Insassen können sich tags und nachts frei bewegen, Volleyball für alle ist angesagt und sogar die aufwendigen Dauerwellen sitzen wie gemeißelt. In armen Ländern dürften viele von so einem ultraharten Knastaufenthalt nur träumen. Gut rundum ist alles Dschungel mit giftigen Viehzeugs und so, aber bei Rambo wurden die vietnamesischen POW-Lager doch deutlich unkultivierter geschildert. Mehr als ein paar Brüste und ein wenig Elektrofolter wird aber nicht geboten, so daß Knastfilm-Enthusiasten hier wenig Freude haben.
Aber auch die Actioneinlagen sind nicht wirklich von der infarktgefährdenden Sorte. Ein kleiner Fluchtversuch wird schnell unterbunden und am Ende wird zwar ordentlich viel an Militärfahrzeugen aufgeboten, aber auch hier merkt man deutlich, das bei all dem Geballer ja auch nicht der kleinste Kratzer in den Lack gemacht werden durfte. Zudem ist die Bildqualität häufig ziemlich miserabel. Gerade die nächtliche Flucht ist oft nur ein Ratespiel, was denn da gerade auf dem verschmierten und verkrisselten Bildschirm so läuft.
Dazu kommen noch eklatante darstellerische Nulldiäten. Einige der Mädels bekommen gerade mal den hohl-durch-die-Gegend-schauen-Blick hin, da tät es ja schon beinahe passen, das für das Casting offensichtlich der Herr Wynorski zuständig war (schwer zu glauben und auch nicht kreditiert). Die 18er Freigabe ist sowieso ein schlechter Witz und warum man gerade diesen Streifen laut dem sperrigen Cover erstmals aufwändig restauriert präsentieren kann, ist mir ein Rätsel. Das Foltercamp bietet nichts, was es nicht schon mehrfach und sogar meist besser gegeben hätte.
3/10