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Das Remake zum Meilenstein des Abenteuer-Katastrophen-Genres.

Zuerst sei erwähnt, dass sich das Remake sehr nahe am Original orientiert. Flugzeug stürzt mitten in der Wüste ab, Überlebende stellen sich der Herausforderung eine neue Maschine aus Altteilen zu basteln und kämpfen ums überleben. Leider wurde nur der Name des Captains übernommen obwohl sich andere Charaktere mit dem Original kreuzen bzw. identisch sind. Nunja...
Wo sind nun die Unterschiede, was ist besser, was schlechter und wieso sollte man sich einen Film den es eigentlich schonmal gab nochmals in anderer Form ansehen?

Natürlich gibt es nach fast 40 Jahren neue Möglichkeiten der Technik und Trickerstellung. So ist der Absturz selbst sehr gut konstruiert und mitreißend in Szene gesetzt. Details wie Feuer und ein fliegender Propeller der sich in die Maschine, bohrt sind eine reine Augenweide. Dies stellt aber auch schon den Höhepunkt der Effekte dar. Eine spätere Explosion oder folgende kurze Schießereien sind reine Dreingaben um die Spannung und die Abwechslung zu erhöhen.

Der Aufbau und die Erzählweise unterscheiden sich gegenüber dem Original. Die depressive Atmosphäre der Vorlage wird nur kurz behandelt und weicht leider schnell einer zu modernen Unterhaltungs-, "Yo, man, wir machen das" Stimmung. Dies will hier so garnicht reinpassen.
Statt tiefsinniger Charaktere steht mehr Action im Vordergrund als im Original. Man vermisst die gut ausgearbeiteten Charaktere, erfreut sich stattdessen am modernen Effekt-Bombast Kino. Statt einem Abenteuer-Drama wird hier also eher ein Abenteuer-Actionfilm des modernen Zeitalters abgeliefert. Nicht falsch verstehen, "Der Flug des Phoenix" ist kein Actionfilm, im Gegensatz zu seinem sehr verhaltenem Vorgänger ist hier aber wesentlich mehr los. Die teils recht lahmen, dialoglastigen Abschnitte der Vorlage fallen hier also weg.
In diesem Sinne ist die knapp 30 Minuten kürzere Laufzeit zum Original positiv anzusehen.

Im Gegensatz zu dem recht bekannten Cast des Originals sind hier nur die 3 wichtigsten Charaktere mit bekannteren Schauspielern besetzt. Dennis Quaid in der Position der Hauptfigur des zweifelnden Captain Frank Towns, Giovanni Ribisi in der Rolle des kontra gebenden Flugzeugkonstrukteur Elliott, Miranda Otto als gute, beschwichtigende Seele. Allein von diesen Dreien bekommt man eine ordentliche schauspielerische Leistung zu sehen und nur von ihnen sind die Charaktere nicht ganz so eindimensional. Der Rest... ist sozusagen dabei und fertig.
Ein wenig Angst hatte ich bei der Besetzung von Miranda Otto. Wieso plötzlich eine weibliche Rolle statt einer puren Männerbelegschaft? Sollte sich hier etwa eine Wüstenromanze entwickeln? Glücklicherweise ist dies nicht der Fall. Anscheinend hat man eine beruhigende, motivierende Person besser in einer Frau als in einem Mann gesehen. Oder es sollte etwas Abwechslung fürs Auge geboten werden.

Trotz den Mankos macht dieser Film mehr Laune als die Vorlage. Voraussgesetzt man sieht ihn als Unterhaltungsfilm und nicht als tiefsinniges Drama an. Und wenn sich beide Filme in der Mitte träfen, die Charaktere, schauspielerische Leistung und Erzählstruktur des Originals, die Effekte, Action und Abwechslung des Remakes, würde es hier von mir eine Höchstwertung geben. Vielleicht im nächsten Remake?

7 / 10

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