Banaler Fantasyquark als Pseudofamilienfilm, der sich als schlechtestes Speakman-Werk erweist.
Anwalt Matt Spencer (Jeff Speakman) hat alle Hände voll zu tun: Sein Job stresst ihn, seine Frau will pünktlich Alimente für sich und ihren jungen Stecher sehen und er darf auch noch die drei Gören versorgen, die kräftigst pubertieren. Die üblichen Teeniesorgen und der gestresste Übervati sind alles bekannte Elemente, bei denen auch maue Dialoge über geklaute Stütz-BHs und ähnlichen Käse nix helfen.
Doch Papi hat die rettende Idee: Die Kleinfamilie wird zu einem Segeltrip in den Bahamas gezwungen, was die Kiddies nur murrend machen. Auf einer heruntergekommenen Schaluppe und mit einem versoffenen Bootsmann geht es auf Reise. Gibt es hier zwei bis drei gelungene, witzige Wortgefechte sollte eigentlich schon Albert Pyun Spezi Tim Thomseron als dauerbesoffener Skipper Warnung genug sein, den Blödsinn nicht weiterzugucken.
Wer immer noch dranbleibt, erlebt das tricktechnisch miese Verschwinden im Bermuda-Dreieck, ehe die Mini-Crew eine Insel entdeckt. Diese stellt sich wenig später als Atlantis heraus, wo gute Waldbewohner in Angst vor einem bösen Herrscher leben...
„Flucht von Atlantis“ ist ein mieses TV-Filmchen der alleruntersten Kajüte und der schlechteste Speakman (dagegen war der saudoofe „Memorial Day“ noch unfreiwillig komisch). Die Story ist unspannend und aus zig Werken zusammengeklaut, die Effekte hat wohl ein 12jähriger am Heim-PC gemacht und die Dialoge sind so doof und langweilig, dass sie noch nicht mal unfreiwillig komisch sind.
Die Story ist mal wieder die um die kaputte Familie, die aufgrund einiger Abenteuer zueinander findet. Warum ein paar tote Widerlinge als wieder im Lot ist, bleibt genauso unerklärlich warum Speakman die Flausen seiner Kinder mit dem Segeltörn wieder einrenken will statt mit einer kostengünstigeren Tracht Pürgel. Die hätte vor allem die (Hurra, Klischees) verwöhnte und total pubertierende Tochter verdient.
Die Kampfszenen sind kurz, absolut mies gemacht und 100 Prozent jugendfrei. Auch wenn Speakman so gut wie nichts von seinen Fähigkeiten zeigt, wird er von seinen Filmkiddies dafür angehimmelt. Die obligatorische, aber nebensächliche Liebesgeschichte zwischen dem ältesten Sohn und der Inselprinzessin darf in dieser Klischeesammlung dann genauso wenig fehlen wie die Szenen, in den die Großstädter den täglich ums Überleben kämpfenden Waldbewohner noch Kampftechniken beibringen.
Speakman spielt hier noch mit etwas Elan; vielleicht weil er mal was anderes machen durfte als B-Action (wobei jeder seiner anderen Filme besser ist als dieser hier). Der Rest der Besetzung ist dagegen so grottig, dass selbst Tim Thomerson neben ihnen großartig wirkt; dabei ist er so sauschlecht wie eh und je.
Hohler Fantasy-TV-Ramsch, bei dessen Ansehen man schon Angst haben muss zu verblöden.