„Die Cuba-Connection“ ist ein recht lahmer Actionthriller mit dem sich die B-Schmiede Nu Image nicht mit Ruhm bekleckert.
Es beginnt mit einem Gefangenenausbruch auf Kuba, bei dem zwei Häftlinge in den Dschungel fliehen können, während die Armee sie verfolgt. Genretypisch muss ein dritter Häftling natürlich bei der Flucht im Minenfeld explodieren, es wird etwas geballert und man erfährt erst mal gar nicht, worum es überhaupt geht. Auch die gezeigte Action ist 08/15-Ware und kann den Zuschauer nicht wirklich fesseln.
Sprung nach Miami, wo der ehemalige Navy Seal Plato Smith (Gary Busey) mit seinen noch aktiven Kumpanen Sam (Steven Bauer) und Dominick (Jeff Speakman) in einer Bar hockt. Es kommt zum Streit mit anderen Gästen, doch mit einer kleinen Portion Fressegeballertes lässt sich das regeln. Plato hat sich jedoch beruflich zur Ruhe gesetzt, um mit seiner Tochter Kathy (Maggie Myatt) leben zu können. Damit charakterisiert der Film seine Klischeefiguren aus der Standardkiste, was alles wenig interessant ist.
Doch dann bekommt Plato einen Auftrag, den er aus Geldproblemen annimmt: Er soll den bei dem anfänglichen Ausbruch geflohenen Sohn eines Exil-Kubaners nach Miami bringen. Er und Sam nehmen an und bringen ihn nach Hause, doch sie erleben eine böse Überraschung: Der vermeintlich Gerettete ist ein Killer, der den Exil-Kubaner erschießt und es Plato in die Schuhe schiebt. Für diesen beginnt die Flucht und die Suche nach der Wahrheit...
Die Story von „Die Cuba-Connection“ ist das übliche Gewäsch vom Sündenbock, der dann zurückschlägt und die wahren Hintermänner erledigt. Vor allem in den ersten zwei Dritteln ist dies sehr formelhaft wie unspannend, wobei die wenigen Actionszenen auch nicht wirklich etwas reißen können. Die Dialoge und die Personen sind scheinbar aus dem Handbuch für 08/15-Autoren entnommen, denn irgendwie hat man alles schon mal woanders gesehen.
Im letzten Drittel legt der Film dann nicht nur im punkto Action, sondern auch Handlung zu: Zwar läuft hier alles nur noch auf die finale Konfrontation raus, aber immerhin gibt es ein paar relativ spannende Szenen wie z.B. die im Minenfeld. Rettet aber auch nicht mehr viel, denn die Spannung bezieht sich nur auf Einzelszenen und die Dialoge sind immer noch schlaff (vor allem die „Wir können ihn doch nicht hier lassen“ - Szene am Ende ist dämlich).
An Action wird an sich auch wenig geboten, wobei vor allem die Pyrotechnik einen Blick wert ist, die einige ganz nette Explosionen auffährt. Ansonsten gibt es etwas Geballer, das durchschnittlich inszeniert ist sowie ein paar kurze Nahkämpfe, die aber auch nicht sonderlich spektakulär sind. Vor allem Nahkampfspezialist Jeff Speakman darf zwar ein wenig waffenlos töten, aber niemals seine Martial Arts Fähigkeiten wirklich einsetzen. So kann auch die Action kaum wirklich überzeugen.
Gary Busey spielt seine Rolle auf Autopilot und war schon in zig anderen Filmen besser zu sehen, Speakman agiert auch mau und ist zudem chronisch unterbeschäftigt (und das obwohl er mit „Deadly Takeover“ den vielleicht besten Nu Image Film fabrizierte). Die sonstigen Darsteller, darunter auch Roy Scheider, spielen ebenfalls nur lustlos bis bestenfalls routiniert.
„Die Cuba-Connection“ ist ein gut gefertigtes, aber relativ lahmes Filmchen, bei dem in erster Linie die wenigen Actionszenen den Film vor dem Totalausfall bewahren (aber nur knapp).