Ich bin zwar kein Experte was die Verfilmungen von "A Christmas Carol" angeht, ich habe bisher nur die gezeichnete Disney-Variante gesehen, aber trotz alledem bin ich mir sicher, dass man von diesem Film sagen kann "es ist eine der besten Verfilmungen des Stoffes"!
Die Optik: Absolut zauberhaft! Schon in den ersten Minuten wird man sofort in die weihnachtliche Musicalwelt hineingezogen und bleibt dann dort auch gerne.
Die Effekte sehen einfach nur klasse aus und sind für eine TV-Produktion erstklassig. Besonders im Gedächtnis bleibt einem wohl vor allem die erste Attacke der "verdammten Geisterriege" in Ebenezer's Schlafzimmer. Hier wird aufgefahren, was möglich ist.
Die Darsteller: Ein bunt zusammengewürfelter Cast, der sich glänzend ergänzt. Bis in die Nebenrollen mit tollen Schauspielern besetzt, angeführt von dem sehr überzeugend spielenden Kelsey Grammer.
Die Musik: Hätte ich schon vorher gewusst, dass die Musik aus der Feder von Alan Menken stammt hätte ich den Film mit Sicherheit schon früher gesehen. Hier stimmt einfach alles. In bester Disney Manier wird hier gesungen und dazu getanzt. Die Melodien sind eingängig und fesseln einen sofort. Obwohl es nicht das Hauptthema ist, geht der Titel des "heimlichen Titelsongs" definitiv an "A Place Called Home"... sowohl in der Version des jungen Scrooge, als auch kurz darauf beim Weihnachtsball vorgetragen von Jennifer Love Hewitt.
Das Highlight des Filmes: Unbestreitbar ist der Abschnitt mit dem Geist der vergangenen Weihnacht der Höhepunkt des Films. Hier stimmt einfach alles. Jane Krakowski als verführerischer Geist spielt einfach bezaubernd gut und sieht umwerfend aus. Einer der Hingucker ist ihr lasziver Tanz um das Bettgestänge von Scrooge, der aber keinesfalls billig wirkt und super eingefangen ist.
In der vergangenen Weihnacht findet sich auch der interessanteste Teil von Ebenezer's Geschichte wieder... seine Kindheit, Jugend und das frühe Erwachsenenalter. Die Beziehung zu seiner Mutter und seiner Schwester werden kurz erläutert, bis es dann auch gleich zu seiner einzig wahren Liebe übergeht: Emily... zuckersüß gespielt von Jennifer Love Hewitt, die damit zwar nur eine kleine Rolle hat, aber doch einen wichtigen Teil der Hintergrundgeschichte abdeckt.
Und wie eben schon erwähnt: "A Place Called Come"!
Ebenfalls noch gesondert zu erwähnen, auch wenn sie nicht im Teil der vergangenen Weihnacht vorkommen, ist: natürlich die Familie Cratchit mit "Tiny Tim". Vor allem die Beziehung von Vater Cratchit zu Tim ist liebevoll dargestellt und lässt es einem warm ums Herz werden.
Ebenso sympathisch besetzt ist auch der Neffe von Scrooge mit dem Engländer Julian Ovenden.
Einzig die Musicalnummer im Theater während des "Geist der Gegenwart"-Segmentes wirkt irgendwie deplatziert und unnötig, da hier weder das Lied besonders schön ist, noch die Geschichte weitererzählt wird. Der Teil hätte meiner Meinung nach rausgelassen werden können.
Fazit: Schwungvolle Musicalversion des zeitlosen Klassikers mit hervorragenden Schauspielern, zauberhafter Musik und wunderschönen Kulissen. Absolut zu empfehlen!
9 von 10 Punkten