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Ende der 80er und Anfang der 90er drängten asiatische Firmen, vor allem aus Japan, immer mehr nach Amerika, Filme und Bücher (vor allem Michael Crichtons „Nippon Connection“, verfilmt als „Die Wiege der Sonne“) bebilderten die damit einhergehenden Ängste und Möglichkeiten und auch „Ulterior Motives“ spielt vor diesem Hintergrund.
Erica (Mary Page Keller) ist Journalistin bei der New York Times und erhält Insiderinformationen über den Verkauf von Geheiminformationen eines US-Konzerns an einen japanischen Konzern. Da es um Rüstungstechnik geht, ist die Angelegenheit natürlich denkbar heikel vor dem Hintergrund der Angst Japan gegenüber, denn bereits zu Beginn fängt „Ulterior Motives“ gerade diese Atmosphäre ein.
Doch Erica wittert eine gute Story, vielleicht sogar den Pulitzerpreis. Zusammen mit dem Privatdetektiv Jack Blaylock (Thomas Ian Griffith) folgt sie dem verdächtigen Angestellten und kann die Übergabe von einem Aktenkoffer dokumentieren. Um sicherzugehen, brechen sie ins Hotelzimmer des Verdächtigen ein, werden dabei überrascht, doch Jack sorgt prügelnderweise für eine geglückte Flucht.

Erica bringt die Story, doch damit tritt sie eine Welle los: Man findet den von ihn Angeschwärzten tot auf – angeblich Selbstmord. Doch sie will die Sache näher untersuchen und die Wahrheit herausfinden…
„Ulterior Motives“ entstand noch vor Thomas Ian Griffiths tollem „Excessive Force“, doch auch hier versucht er sich als Storylieferant und Produzent und bemüht sich dabei den Film nicht zu eindimensional werden zu lassen. Das bedeutet jedoch, dass sich „Ulterior Motives“ im Actionbereich sehr zurückhält und man sich nur über kurze Konfrontationen freuen darf. In denen zeigt Griffith eindrucksvoll seine Kenntnisse, nur die Regie ist nicht immer gut und so erkennt, dass die Kontrahenten einander nicht treffen. Schade, denn ansonsten sind die Fights echte Schmankerl.

So verlässt man sich mehr auf die Geschichte, die ist solide erdacht, aber bis auf eine wirklich überraschende Wendung gegen Ende des zweiten Drittels etwas vorhersehbar. Allzu große Längen vermeidet „Ulterior Motives“ zwar, jedoch hat man das meiste schon woanders gesehen und entdeckt wenig Neues. Zudem erzählt der Film seine ansonsten recht dicht erdachte Story leider mit zuwenig Drive um wirklich packen zu können, auch wenn man sich durchaus differenziert mit den Ängsten der Amerikaner der japanischen Wirtschaft gegenüber beschäftigt.
Thomas Ian Griffith ist hier auch mit Engagement bei der Sache und spielt den Rest vom Fest auch recht locker an die Wand. Da kann an sich auch nur Mary Page Keller als Heldin ein paar Akzente setzen, aber auch sie liefert nur bessere Routine, während die Nebendarsteller alle eher profillos bleiben und Toshiro Obata in einer Minirolle als einziges bekanntes Gesicht neben Griffith auftaucht.

„Ulterior Motives“ versucht aus dem Thema das Beste zu machen, doch es bleiben nur die wenigen Actionmomente und ein wirklich guter Plottwist hängen. Der Rest ist Standard, ganz ordentlich gemacht, aber wenig aufregend, sodass letzten Endes nur Mittelmaß bleibt.

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