Es gibt diese Weihnachtsfilme die einen erreichen, weil die Atmosphäre stimmig ist, der Kitschfaktor im angemessenen Rahmen eingebunden wird und sich am Ende alle Figuren wieder lieb haben. Zwischendurch wird mal ein Tränchen vergossen, sicher auch mal gelacht, doch jene Streifen hinterlassen ein wohliges Gefühl mit festlich-heimeliger Note.
Und dann gibt es solche, die unter dem Deckmantel einer Weihnachtskomödie verkauft werden und genauso gut mitten im Sommer spielen könnten, weil daran eben kaum etwas Festliches ist, - zu dieser Sparte zählt vorliegender Streifen.
Der Film setzt einzig und allein auf seine skurrilen Figuren, weiß dabei aber überhaupt keine interessante Geschichte zu erzählen, noch mit einer Pointe zu punkten.
Nach vielen Jahren treffen sich die Mitglieder einer Großfamilie bei einer alternden Hollywood-Diva zu Weihnachten. Die Vorbereitungen laufen auch Hochtouren, bis Großmutter scheinbar tot aufgefunden wird, - vergiftet, wie es im ersten Augenblick scheint.
Ein wenig „Immer Ärger mit Harry“ ist schon zu finden, wenn Großmutters Tod erst einmal vor den anderen geheim gehalten werden soll und sie stützend am Essenstisch platziert wird.
Bis es jedoch überhaupt soweit ist, vergehen satte 50 Minuten, in denen wir es mit relativ ereignislosen Vorbereitungen zum Fest zu tun haben.
Da versucht Dad vergeblich Nachbars Meerschweinchen fürs Abendessen zu schießen, der Muskelprotz erzählt breitwillig von den unappetitlichen Nebenwirkungen seiner Anabolika und der Veganer wird ständig mit tierischen Nahrungsmitteln verärgert.
Die einzig witzige Szene ist, als sich der Freund der Enkelin beim Möhrenschneiden die Fingerkuppe absäbelt und der robuste Koch diesen Teil mit Nadel und Faden anzunähen versucht, während er Mafia-Geschichten zum Besten gibt.
Doch viel zu selten entsteht zündende Situationskomik oder werden gar typische Klischees Familienangehöriger auf die Spitze getrieben. Alles recht harmlos.
Die Stimmung wird nur geringfügig aufgebessert, als Altmime Mickey Rooney auf der Bildfläche erscheint und als knarzig meckernder Opa erstmal alle zur Sau macht und sich über Enkel wundert, die er nicht zuordnen kann. Auch später, als der horizontal benachteiligte Pizzajunge in die Runde geholt wird, entstehen ein paar amüsante Momente, doch diese sind rar gesät.
Indem man sich voll auf die vogeligen Eigenheiten der Figuren konzentriert, erscheinen selbige im Verlauf zwar sympathisch, doch ein Zusammenspiel mit rotem Faden, eine Geschichte, die auf etwas hinaus läuft, wird nicht erzählt.
Das Ganze wird begleitet von einem „Ist ja ganz nett, aber wann passiert denn mal was?“.
Ereignisarm mäandert das Familientreffen vor sich hin, man ahnt vorzeitig, dass Oma eventuell doch nicht tot ist, sich aber möglicherweise noch mehr Figuren an der Schwelle zum Tod bewegen, da schließlich auch jemand verdächtigt wird, Oma aus dem Weg schaffen zu wollen.
Nur leider wird die Sache nicht konsequent fortgeführt, was der überaus reizlose Showdown, den man als solchen kaum bezeichnen möchte eindrucksvoll untermauert.
Prädikate wie „harmlos“ und „bieder“ beziehen sich auf Story, als auch auf die meisten Gags.
Insofern ist der Streifen für die Weihnachtsfeiertage auch kaum empfehlenswert, denn wer in Malibu Weihnachten feiert, macht dies für gewöhnlich ohne Schnee, was sich natürlich entsprechend auf die Atmosphäre auswirkt.
Vielmehr wirkt der Streifen wie eine lang gezogene Weihnachtsepisode einer amerikanischen Sitcom, mit viel Gelaber um nichts.
Bis auf die gut aufgelegten Darsteller, die ihren Figuren fast durchweg sympathische Züge verleihen, ist hier nichts positives zu finden, denn eine Geschichte mit Botschaft bleibt er uns bis zum Schluss schuldig. Dann lieber zum xten Male „Schöne Bescherung“ mit Chevy Chase, - da passiert wenigstens etwas…
Noch knapp
4 von 10