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Das alte Team John G. Avildsen (Regie), Robert Mark Kamen (Drehbuch), Bill Conti (Musik), sowie Ralph Macchio als Karate Kid Daniel Larusso und Noriyuki "Pat" Morita als Sensei Miyagi raffte sich 1989 noch einmal zusammen um dem erfolgreichen Sequel Karate Kid II - Entscheidung in Okinawa mit Karate Kid III - Die letzte Entscheidung noch eins nachzusetzen. Um ehrlich zu sein, bin ich mir beim Betrachten der DVD nicht mehr sicher gewesen, wann und ob ich den Film schon mal gesehen habe. Immerhin waren weitere drei Jahre, zwischen diesem und dem ersten Teil fünf Jahre, ins Land gezogen und die Interessen ändern sich. Die Zeitspanne fällt vor allem bei Ralph Macchio ins Gewicht, denn da in Filmzeit seit Karate Kid ungefähr ein Jahr vergangen sein dürfte, ist der inzwischen Achtundzwanzigjährige der Rolle eines Teenagers etwas entwachsen.

Die Story führt die bisherige Ausbildung durch Mr. Miyagi dann zudem etwas ad absurdum und läßt den gewohnten Tiefgang vermissen. Schüler und Lehrer kehren gerade aus Okinawa zurück, als zuhause der geknickte Cobra Kai Sensei John Kreese (Martin Kove) auf den spärlichen Überresten seines einst so erfolgreichen Dojos nach Rache sinnt. Miyagi hingegen kann seinen alten Hausmeisterposten nicht antreten, da sein alter Arbeitsplatz den Besitzer gewechselt hat. Daniel investiert sein in Okinawa zurückgewonnenes Erspartes erneut, um seinem Meister mit seiner Geschäftsidee, einem Bonsaishop, eine Freude zu machen.

Miyagi findet die Idee nicht so toll und hätte es lieber gehabt, wenn dieser das Geld in seine Ausbildung investiert hätte. Kreese Kumpel, Geldgeber und Steven Seagal Lookalike Terry Silver (Thomas Ian Griffith) setzt den Cobra Kai Racheplan indes damit durch, daß er seine Rabauken den neuen Shop zerstören läßt, um Daniel zum erneuten Antritt beim Karate Turnier zu zwingen, bei dem er seinen Titel verteidigen kann. Als Daniel nun mit seiner eher platonischen neuen Freundin Jessica (Robyn Lively) total auf Dummbatz reduziert auszieht, um Miyagis Erbbonsai aus einer Schlucht zu holen und mit diesem die finanzielle Situation des Shops auszugleichen, wird er endgültig von den Rüpeln zur Unterschrift des Anmeldeformulars genötigt. Der durch den zerstörten Bonsai eh gewissensgebeutelte Daniel ist ausser sich, als Miyagi ihn nun auch nicht für den bevorstehenden Kampf trainieren will. So nimmt sich Silver nun seiner an und beginnt Daniel mit allerlei Regelunkonformen Techniken zu verpesten, deren Training für ihn äusserst schmerzhaft ausfällt.

Der Ansatz, das gefestigte Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer auf die Probe zu stellen ist zunächst ja gar nicht so schlecht, würde das gesamte Szenario nicht so arg an den Haaren herbei gezogen und die Entwicklung Daniels stellenweise eher wie ein Rückschritt wirken. Die offensichtlich im Raum stehende Entscheidung Miyagis, Daniel doch noch auf den Kampf vorzubereiten, rettet Karate Kid III - Die letzte Entscheidung dann jedoch auch nicht mehr aus dem Mittelmaß und so bleibt eine unnötige, wenn auch für Fans bedingt sehenswerte Fortsetzung. Aufgrund der Kata fiel mir dann übrigens ein, daß ich den Film tatsächlich vorher schon gesehen hatte, gewundert habe ich mich über die Gedächnislücke jedoch nicht. Ich denke, die wird sich bald wieder öffnen.

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