Review
von Leimbacher-Mario
The Boys Are Back In Town
Ralph Macchio ist ein echt liebenswerter Zeitgenosse, der immer 10 Jahre jünger aussah und spielen konnte, als er im echten Leben ist. Dass der Mann mittlerweile fast 60 ist, kann man sich kaum vorstellen. Doch selbst diese sagenhaften Gene konnten nicht verschleiern und übertünchen, dass er Ende der 80er, für ein „Karate Kid“, einen weiteren Teil der Reihe, der zeitlich auch noch kurz nach den ersten beiden Teilen angesiedelt sein soll, ein ganzes Stück zu alt, groß und rund geworden war. Dennoch konnte es natürlich keinen anderen in seiner Rolle geben und das Drehbuch wurde zeitlich nicht versetzt bzw. geändert - und so spielt „Karate Kid III“ direkt nach der Rückkehr unseres süßen Karate Duos aus Okinawa, wo es sich auf das kommende Karateturnier und die Titelverteidigung vorzubereiten gilt. Doch Kreese und einer seiner alten Kameraden haben Rache geschworen und sich einen hinterhältigen Plan zur Spaltung von Daniel-san und Mr. Miyagi ausgedacht...
Dass Macchio deutlich aus der Rolle rausgewachsen und sogar ein halbes Jahr älter (!!) als der neue Bösewicht und Meister Terry „Steven Seagal light“ Silver war, ist schwer zu glauben, ein Problem, aber bei weitem nicht das größte dieses toughen Trilogie-Finales, das man eigentlich nur Hardcore-Fans der Reihe empfehlen kann. Was mir an „Karate Kid III“ dennoch gefällt? Dass die Beziehung und Freundschaft unseres dynamischen Duos mal richtig getestet wird, inklusive Bonsai-Analogie, dass etwas mehr Blut fließt, noch mehr Aggressivität in der Luft liegt und zumindest etwas mehr gekämpft wird als im karate-armen zweiten Teil. Außerdem ist das 80er-Feeling noch immer da und Bill Conti liefert einen seiner besten Scores, der fast schon zu gut, zu aufbrausend, zu dynamisch für die restliche Qualität des Films wirkt. Denn der ist eher Stangenware im üblichen Stile des Franchises. Was mir an „Karate Kid III“ besonders missfällt? Daniels Love Interest bleibt maximal blass, viele Punkte von Teil 1 werden schamlos aufgewärmt und dass es kein echtes Turnier, sondern nur einen Kampf im Finale gibt. Das massive Overacting der Bad Guys lasse ich mal neutral stehen, das hat schon was, kann aber auch übel bis lächerlich aufstoßen. Terry Silver ist hier aber definitiv ein ziemlich kranker Psychopath.
Fazit: der schwächste und redundanteste, auch trashigste Part der originalen Trilogie. Aber auch der härteste und brutalste. Für Fans noch immer nett, wenn auch eine milde Enttäuschung. Aber die neuen Bösewichte sind schön drüber und unterhaltsam. Der Rest ist ein etwas gewalttätigerer B-Aufguss.