Storyline:
Amerika, Mitte der Achtziger. - Schüler Daniel LaRusso (Ralph Macchio) wird abrupt aus seinem vertrauten Umfeld gerissen, als Muttern einen Job in einer anderen Stadt annimmt. Und das neue Domizil, "idyllisch" gelegen zwischen den tristen Betonfasaden der lokalen Suburbs, will dem schmächtigen Kampfsportfan nicht so recht gefallen. Denn freundlich wird er hier nicht unbedingt empfangen: Auf der hiesigen Schule peilt ihn die Rowdybelegschaft umgehend als neues Lieblingsziel für Sticheleien und Kopfnüsse an und zu allem Übel sind die Bullies auch noch samt und sonders Mitglieder im örtlichen Karate-Dojo, was die Misere für den Neuzugang nicht nur ungleich schmerzhafter macht, sondern auch einen Eintritt Daniel's dort von vorneherein ausschließt.
Zum Glück gibt es da ja noch den alten, weisen Hausmeister Mister Miyagi (Pat Morita), einen ruhigen, alten Zeitgenossen aus little Nippon. Und wie's der Zufall will scheint der alte Kriegsveteran aus Fernost auch so einiges auf dem Karatesektor auf dem Kasten zu haben. Sofort ereifert sich Daniel, von ihm als Schüler akzeptiert zu werden. Und erlebt eine Überraschung. Denn anstatt ihn knallharte Moves zu lehren, scheint der Alte in als besseren Laufburschen zu mißbrauchen und will sich von dem verdatterten Daniel augenscheinlich eher die heimische Bude komplettsanieren lassen. Zäune streichen, Parkett polieren, dem Jungen wird es allmählich zuviel. Bis er erkennt, dass all die Bewegungen, die er im Rahmen seines "Frondienstes" anwenden mußte, als Fightmoves nutzbar sind. - Nun ist die Zeit gekommen, sich vor den bösartigen Altersgenossen und ihrem ehrlosen Trainer Respekt zu verschaffen. ...
Review:
Was hab' ich diesen Film damals geliebt. Als Dreikäsehoch versuchte ich doch seinerzeit tatsächlich, durch Miyagis "Lehren" einige Karate-Moves zu erlernen. Viel rausgekommen ist dabei freilich nicht. Denn das was hier an Kampfkunst geboten wird, ist movetechnisch wie auch in der Ausführung ziemlich flaches Level. Die engagierten Schauspieler scheinen allzumeist einfach schlicht keine Ahnung von Kampfsport gehabt zu haben und entsprechend sieht der Sach dann auch aus. Auch die praktische Wirksamkeit von solch statischen Techniken wie der skurilen Kranich-Attacke dürfen guten Gewissens angezweifelt werden. - Aber egal. Denn nicht nur, dass dieser Film sich mehr an ein sehr junges Publikum richtet, dass solche Feinheiten ohnehin nicht schert. Er wird auch weniger von fulminaten Fights getragen als von seiner guten Stimmung und Machart. Loser Daniel dürfte für viele Kids als Identitfikationsfigur herhalten und gerade der alte, weise Miyagi füllt seine Sensei-Rolle bestens und würdig aus. Ja, es ist sogar nicht von der Hand zu weisen, dass es eben dieser Film war, der dem Asiaten zu so spätem wie verdienten Kultstatus verhalf. Die Storyline ist zwar simpel aufgebaut, weiß aber zu gefallen und ist uns aus zahlreichen Kampfsportfilmen vertraut. Ein chancenloser Verlierer rafft sich unter Führung eines Mentors zu hartem Training auf, um es anschließend allen Widersachern zu zeigen und schlußendlich als strahlender Sieger vom Platz zu gehen. - Altes Konzept, aber es funktioniert und transportiert immer wieder. Die in ihrer Auswahl recht gelungene Besetzung spielt ihre Rollen allzumeist glaubwürdig und Meister Miyagis spleenige Trainingsmethoden rocken das Haus. Ich sage nur "Auftragen... Polieren...". :D
F a z i t :
Für jeden, der in den Achtzigern aufgewachsen ist, wird es schon aus Nostalgiegründen unabdingbar sein, Daniel und Miyagi immer mal wieder aus der Video-Mottenkiste zu kramen und sich eine Karate Kid-Session zu geben. Aber auch jüngere Semester können sich diesen Klassiker aus der "Ich arbeite mich innerhalb von ein paar Wochen zum Martial Arts-Checker hoch"-Ecke durchaus mal ansehen. Denn der Film mit seinen sympathisch-kultigen Charakteren und Szenen macht einfach Spaß und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Lediglich, wer zwingend advancte Kampfkunst sehen möchte, der sollte sich nach anderen Filmen umsehen. - Von meiner Seite ein definitives "thumbs up" für diesen Kultstreifen.