Review
von Leimbacher-Mario
Nett Morita
Mister Miyagi fährt auf Grund einer militärischen Ehrung seines legendären WWII-Battalions nach Boston zu einer alten Freundin, die sich mit ihrer pubertierenden und waisen Enkelin (verbal) herumschlägt. Doch als diese auch noch in der Schule Ärger bekommt und meist ihre Wut/Trauer kaum unter Kontrolle hat, nimmt sich der Karatelehrer Julie an... und muss schnell feststellen, dass Mädchen vielleicht noch um einiges anstrengender sein können als Jungs bzw. sein Daniel-san...
„The Next Karate Kid“ war der recht plumpe Versuch das Franchise Mitte der 90er nochmal aufzuwärmen, insbesondere für Mädels. Und das hat nur sehr bedingt bis gar nicht geklappt, das Ding hat einen furchtbar miesen Ruf. Dass dieses Add-On nicht mit der originalen Trilogie mithalten kann, ist klar. Aber hat er seine Häme und Schellen wirklich verdient? Oder kann man ihn sich allein wegen Morita und einer jungen Frau Swank immerhin mal geben?
Es ist für mich eine Mischung aus beidem. Die Bösewichte sind blanker als Babyhintern bei der Geburt, Bill Contis Score kann nie zu seinen Glanzzeiten aufschließen, Hilary Swanks Figur ist erst nervig, dann ist der Rest ihrer Entwicklung extrem absehbar. Die Jokes mit den Mönchen wirken bizarr und man sieht einmal mehr, dass Morita nie auch nur ansatzweise ein echter Karatekämpfer war. Außerdem vermisst man Daniel-san und das hier wirkt eher wie ein Nachklapp oder warmer Aufguss. Erschreckend wenig Karate und massiv kitschige Szenen gibt’s obendrauf. All das verdient schon eine Rüge und eine Warnung für Fans wie Neulinge gleichermaßen, egal mit welchem Geschlecht. Und dennoch hat auch „The Next Karate Kid“ seine süßen Seiten. Und damit meine ich nicht nur die junge Hilary Swank. Auch Miyagis Vatergefühle, seine beruhigende Aura, seine Weisheiten, seine Beziehung zu Julie - das ist der Kern der Geschichte und Grund genug sie durchzustehen. Zu oft muss/will ich mir das aber trotzdem nicht geben. Und unbedingt bei „Cobra Kai“ müsste das in Zukunft auch nicht mitmischen...
Fazit: nichtmal ein Anhängsel zur originalen Trilogie und eigentlich vollkommen zu vernachlässigen. Nur Morita verleiht dem Ganzen noch etwas Würde und Magie. Und Swank ist trotz zuerst blöder Figur sehr sweet. Insgesamt aber weit weg von einer weiblichen Version mit Daseinsberechtigung.