Der Film heißt Torso, man könnte ihn auch [Name eines wirksamen Schlafmittels] nennen, wenn letzteres nicht patentrechtlich vergeben wäre. Denn es passiert im Grunde genommen gar nichts und man wird recht schnell von massiven Emüdungserscheinungen angefallen.
Der Film der Torso heißt und den man auch [Name eines wirksamen Schlafmittels] nennen könnte beginnt mit ein paar Universitäts- und Kunstvorlesungsbildern mit Dialogen auf Pornoniveau. Sodann geht es mit einem Auto woanders hin, nachts, und zwei Leute werden ermordet. Davon sieht man aber eigentlich nichts, man bekommt nur kurze Blicke auf zwei durch Gewalteinwirkung kaputtgemachte Körper zu sehen. Dann gibt es eine langweilige Hippiefeier und noch jemand stirbt und dann geht es um ein rot-scharzes Tuch und plötzlich sind Semesterferien. In den Semesterferien fahren drei völlig bedeutungslose Studierendentusschen auf ein Landhaus und eine vierte kommt hinzu und knackst sich den Fuß. Daraufhin wird sich tussig umarmt und dann kommt der schöne Doktor (dazu der kleine Einwurf: in diesem Film sind ausnahmslos alle Männer so was von schön – also wirklich so was von schön! - dass es nahe am Rand des Widerlichen vorbeirutscht) und das Mäuschen schläft. Als es aufsteht werden alle anderen ermordet, dann geht es um ein schwarz-rotes [sic! Farbenchiasmus] Tuch und dann kommt wieder der schöne Doktor und das Ende ist wirklich dermaßen haarsträubend schlecht und vorhersagbar, dass es bei dem einen oder anderen Zuschauer womöglich einen schwer kontrollierbaren Tremor hervorrufen kann – also vor dem Anschauen bitte alle Zerbrechlichkeiten aus der Sitzumgebung entfernen.
Der Mörder ist übrigens die sympathischste Figur des Films und seine Mordbegründung rechtfertigt den obligatorischen einen Punkt, denn sie stützt sich auf eine scharfsinnige Beobachtung und ist gesellschafts- oder besser verhaltenskritisch. Bevor ich jetzt böse Blicke zugeworfen bekomme: eine Begründung ist keine Rechtfertigung und eine scharfsinnige Beobachtung ist nur eine ausgewählte und lokal begrenzte Möglichkeit der Weltwahrnehmung und kann durch beliebige gegenteilige Beobachtungen ersetzt werden.
Fazit: Langweilig bis zum Abwinken und nur durch den leichten Hauch von Verhaltenskritik erträglich.