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Ein stilvoll und atmosphärisch dicht inszenierter Giallo, der gerade in seinen Spannungssequenzen mit Einfallsreichtum und Fingerspitzengefühl den Angsthaushalt des Zuschauers anzufachen versteht, dabei in seiner Verdichtung auf eine geschlossene Gruppe, die an einem begrenzten Schauplatz systematisch dezimiert wird, deutliche Vorzeichen des Metzelfilms trägt. In der psychischen Deformation des Täters zeichnet sich ein durchaus universell zu verstehendes Frustpotenzial der gekränkten Männer ab, die sich von den neuerdings unabhängigen Frauen, die für Kurzweil, sexuelle Erfüllung und Lebensglück nicht länger auf männliches Geleit angewiesen sind, plötzlich stehengelassen fühlen – eine für Regisseur Sergio Martino und Autor Ernesto Gastaldi typische Beobachtung, die hier zwar schon wegen der hastig abgewickelten Auflösung nicht die Vielschichtigkeit ihrer besten Arbeiten erreichen kann, sich aber zumindest insofern als ausgekocht erweist, als sie den Zuschauer vorsätzlich in jene Spannerecke drängt, aus der das Unheil erst erwächst.

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