Review

Also, Leute,

ich habe den Verdacht, dass einige der Kritiker des Filmes eine übel verstümmelte Version gesehen haben! Denn - mal ganz abgesehen davon, dass die Tricks selbst in Anbetracht des Alters doch recht schlampig inszeniert wurden und man jederzeit die in der Tat viel blasseren Schaufensterpuppen (die man besonders einfach zersägen kann!) von den echten Körpern der Darsteller unterscheiden kann - der geneigte Zuschauer, so er denn kein Handtuch übers Gesicht hält oder wie Achanjati bereits nach wenigen Minuten eingeschlafen ist, kommt doch in den Genuss einiger Gore-Effekte. 

Zunächst werden jedoch einige appetitlich inszenierte Sexszenen geboten, in denen drei Mädels einem blonden Mann den Saft aus allen Poren lutschen. Einer Puppe aus Porzellan werden die Augen ins hohle Innere gedrückt. Das Klicken einer Kamera zeigt, dass Fotos gemacht werden. Damit haben wir unseren Mörder und gleich zwei Mordmotive! Und - wie weiland bei fast allen einschlägigen Horrorfilmen - das Motiv des Sehen müssens!!!! 

Aber dies begreift der Zuschauer erst am Ende des Films, vorab sabbert er den Teppich voll, bekommt so kaum die Namen der Darsteller, geschweige denn die Verantwortlichen für die sehr beschwingte Easy-Listening-Musik oder die gute Kameraarbeit mit. Schade!

Kunst, die malerische Idylle italienischer Bergdörfer, die herrlichen Kulissen historischer Stätten, ausnahmslos hübsche Stadtmenschen, knackige Mädels, die a) immer leicht bekleidet sind und die b) sich nichts mehr wünschen, als ständig von geifernden Kerlen gevögelt zu werden - tja, und dann das: Da meuchelt doch so ein perverser Spanner die hübschesten Mädels dahin! Grabscht den toten Girlies noch mal an den Titten herum, bevor er ihnen die Augäpfel ins Hirn drückt und sie anschließend aufschlitzt!

Die Männer sind erzürnt! Droht doch ein echter Konkurrenzkampf durch Mädelmangel! Also begibt man sich auf die Suche nach dem Täter! Die übrig gebliebenen Schönheiten schickt man kurzerhand aufs Land! (Tja, schön blöd - weiß man doch, was da alles passieren kann!)

Verdächtige Schönlinge gibt es genug, irgendwie scheint es in Italien doch recht kühl zu sein, alle laufen mit schwarz-rot gefärbten Halstüchern herum! Und der Mörder benutzt ein selbiges, um seine Opfer ins Jenseits zu befördern! 

Und dann gibt es doch noch die Hässlichen, z.B. in Person eines Halstuchhändlers, der - wie kann es anders sein - natürlich den irren Schlitzer bedroht, ihn erpresst,  einen einsamen Ort zu nächtlicher Zeit als Übergabe wählt und folglich prompt umgebracht wird. (Achtung: Logikloch Nr. 23: Er bekommt das Geld zunächst, wird aber doch gemeuchelt, und zwar echt hirnquetschermäßig. Hat sich der Täter das ganze noch mal überlegt? War der Erpresste etwa ein anderer als der Killer? Doch woher wusste der Killer dann von der Erpressung? Und wieso wird dem Matschehirn das Geld nicht wieder abgenommen? Fragen Sie den Drehbuchautor!)

Nun gut, die Mädels stellen sich den degenerierten (wie billig!) Dorfbewohnern erst mal zur Schau, werden mit einem Schlepper zum Schloss gefahren. Man sieht in der Folge eine Menge Löcher: von Türschlössern, Frauen, der Spannung, wobei letzteres das mit Abstand größte ist. (Da hast du Recht, Adalmar!) Man will schon abschalten, da schlägt der irre Schlitzer wieder zu - und zwar so unerwartet, dass man schon überrascht ist! Hier wird nicht zu viel verraten, nur so viel: Es bleibt nur ein Mädel übrig! Dieses hat der Killer wohl übersehen!

Was nun folgt, gehört zu dem Spannendsten und Bestinszenierten, was der Thriller so hergeben kann! Hitchcock lässt grüßen! Das übrige Mädel muss nämlich - gehandicapt - mitansehen, wie ihre Freundinnen nach und nach zersägt und von dem Killer draußen irgendwo verscharrt werden! Alle Türen verschlossen, eine Flucht scheint unmöglich! (Besser als Jonathan Harkers Flucht aus Draculas Schloss - echt wahr!)

Natürlich gibt es ein happy end - oder etwa nicht? Der Gute ist so zuckersüß, dass die beiden gleich Arm in Arm aus dem Bild (und ins nächstgelegene Bett?) verschwinden.... Aber: Alle Achtung: 10 Punkte für die Schlosssequenz!

Und vielleicht ist die Blässe und das Schaufensterhafte der Puppen beabsichtigt, denn der Killer verbindet ja seine Mordopfer mit dieser Porzellanpuppe. Wer weiß es schon? Fragen Sie den Regisseur!

Und die Degenerierten aus dem Dorf sind mal nicht NICHT die Killer!

Aber mal im Ernst: Die Hippies hätten sie sich sparen können, oder?

FAZIT: DER italienische Frenzy!!!

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