Inhalt:
Ein paar italienische Kunststudentinnen nehmen Reißaus aus ihrem Studienort, weil dort ein maskierter Killer sein Unwesen treibt und verziehen sich in eine einsam gelegene Villa. Doch den Killer zieht es ebenfalls dorthin...
Kritik:
Sergio Martinos Film gilt gemeinhin neben Mario Bavas "Bay of Blood" als Urvater des Slasherfilms ala "Freitag der 13." und als Meisterwerk des italienischen Kinos, wobei ich letzteres nicht nachvollziehen kann. Meiner Meinung nach erreicht dieses Machwerk allerhöchstens Mittelmaß, was ich in den folgenden Zeilen begründen möchte.
Die erste Hälfte des Streifens empfinde ich als äußerst mau und langatmig. Dieser Teil spielt vor der Reise unserer Mädels in die Einsamkeit und zeigt das Treiben in dem Studentenstädtchen, wo der Killer seinem Hobby nachgeht. Die Charaktere werden oberflächlich eingeführt, es gibt etwas nackte Haut zu sehen und ein paar schlecht inszenierte Morde zu begutachten. Ach Moment, der Mord an der Hippiebraut in dem nebligen Wäldchen mit Matschboden (Woodstock lässt grüßen) ist hervorzuheben, da bei diesem der Regisseur so etwas wie Talent aufblitzen lässt und einen atmosphärischen Höhepunkt des Films setzen konnte. Ansonsten kann man diesen Teil des Films getrost abhaken.
Die zweite Hälfte des Streifens spielt dann am Zufluchtsort der Studentinnen und der Killer gibt sich auch hier ein Stell-dich-ein. Bis auf ein bettlegriges Geschöpf sind flugs alle Bewohnerinnen ausradiert und sogar die titelgebende Säge kommt kurz und unblutig zum Einsatz. Die Überlebende ist auf sich allein gestellt, lässt sich vom Killer nach einigen Fluchtversuchen die Motivation für seine Taten schildern und von einem überraschenderweise auftauchenden Retter, äh, retten.
Hier sind dann auch die Elemente zu erkennen, die später in "Freitag der 13." vertreten sind, halt nur nicht ganz so ausgereift, was eindeutig an dem mangelnden Geschick Martinos als Regisseur liegt, denn mit etwas mehr Sorgfalt stände der Film sicherlich in einem besseren Licht da.
Nur die Szene, in der die Überlebende den Täter bei der Zerstückelung der Mädelleichen in der Villa beobachtet und vor ihm flüchten muss, sind gut inszeniert und lassen Spannung aufkommen.
Das Ende dagegen wirkt abrupt, da der Killer schnell und unmotiviert seine Motive darlegt und dann auch schnell das Zeitliche segnet, obwohl er wegen seiner schlechten Kindheit doch eher eine Therapie in einem Ferienparadies verdient hätte ;-)
Insgesamt sind die Splattereffekte schwach und harmlos, da vieles im Off geschieht oder lausig gemacht wurde. Trauriges Highlight ist der Mord an einem Mann mittels Auto und Wand, wo augenscheinlich zwischen platt gedrückter Puppe und Darsteller hin und her geschnitten wird.
Die Schauspieler (vor allem die weiblichen) sind zwar nett anzusehen, können aber im mimischen Bereich nicht überzeugen.
Die Musik gehört zu den positiven Aspekten des Films. Sie ist zwar einfach gehalten, geht aber schnell ins Ohr und bleibt auch lange nach Filmende noch in Erinnerung.
Unterm Strich bleibt ein mäßiger Film, der Slasher- und Gialloelemente miteinander verbindet und sicherlich Maßstäbe gesetzt hat, aber bis auf ein paar Szenen nicht überzeugen kann.
5 von 10 Punkten