Review

Zwar kommt in „Torso“ das Mordwerkzeug Säge erst nach einer Stunde zum Einsatz, bis dahin ist dennoch die (teilweise spannende) „Whodoit“ - Frage nach dem Mörder nicht blutleer und weiß bis dato mit Fleischesfreuden anderer Art zu unterhalten.

Ursula, Katja, Dani und Jane sind amerikanische Studentinnen, die ihre Vorliebe für italienische Kunst direkt vor Ort studieren wollen. Außerhalb einer malerischen kleinen Stadt bewohnen sie ein auf einer Anhöhe liegendendes Landhaus; gut für sie, denn so sind sie einerseits aus dem Blickfeld der lechzenden Städler, denen die ungezwungene Freizügigkeit der Mädels nichts ausmacht; aber auch geht zwischen den Studentinnen ein Killer mit einem Seidentuch um, der schier wahllos mordet. Anfangs sind die vier noch im Landhaus sicher, doch irgendwann stellt sich immer die Frage ob vergitterte Fenster wirklich so praktisch sind...

Regisseur Sergio de Martino ist zwar kein Argento, eine Hand für interessante Kamerafahrten oder schöne Bilder hat er dennoch. So gibt es einige bizarre Regieeinfälle wie die „benebelte“ Kamera, aber sonst bleibt er bei den Stilmitteln des Giallo wie die typischen schwarzen Handschuhe oder dem psychisch kranken Täter.
Doch wirklich neues liefert er mit „Torso“ nicht ab; bisweilen ist der Film etwas träge und zieht sich.

Denn nach dem flotten Anfang dauert es ein wenig bis wieder Spannung aufkommt. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich wenig abwechselungsreich (stalken, hetzten, meucheln), dennoch ist der Film gut inszeniert. Annehmbare Kulissen (die „Abrißparty“ der Hippies) und Dekors (insbesondere im Landhaus der Mächen) sorgen bisweilen für Atmosphäre, die durch den guten Score bestärkt wird. Highlight des Films ist eine dicht – inszenierte Verfolgungsjagd durch den Sumpf, die aber leider, was Spannung und Atmosphäre anbelangt, einzigartig bleibt. Auch das Ende im Landhaus entschädigt nicht für gewisse Längen, kann aber überzeugen.

Die Darsteller gehen ordentlich ans Werk, sind es doch eine Menge (verwogener) Figuren, die den hübschen Frauen ans Miniröckchen gehen wollen. So ist der Erotikfaktor in „Torso“ doch ziemlich hoch; Sexszenen sind außer ein paar lesbischen Räkeleien passe, dafür darf jede der Damen ihre wolligen Brüste aus den bunten 70er Jahre Klamotten recken, die sehr gut in den Film passen.
Die männlichen Darsteller sind entweder arme Städler, die mit großen Augen und stotternd vor den Mädchen stehen oder blinzelnd, undurchschaubare Typen – trotzdem bleibt die Frage nach dem Mörder bis zum Ende ungeklärt.

Wie bereits Anfangs erwähnt, tritt die Säge erst nach gut einer Stunde auf. Wie im Gaillo üblich begeht hat der Mörder einige schlitzige Morde, welche aber eher in ihrer graphischen Darstellung harmlos sind und auch nicht sehr zahlreich. Zumeist sind es die blutigen Opfer, die man zu sehen bekommt.

Fazit: Recht ordentlicher Gaillo, der routiniert daherkommt, aber leider trotzdem nur im Durchschnitt bleibt.

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