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Nach dem großen Erfolg der Komödie "Meine Braut, ihr Vater und ich" schien es unvermeidlich, dass eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten lassen würde. Und tatsächlich kam der zweite Teil mit derselben Stammbesetzung in die Kinos wie sein Vorgänger - und erweist sich als nicht minder witziges Beziehungs-Chaos.

Die Story ist dabei so einfach wie folgerichtig: Nachdem Greg (Ben Stiller) endlich den Vater seiner Braut Jack (Robert De Niro) von seiner Vertrauenswürdigkeit überzeugt hat, kommt das Wochenende immer näher, an dem sich die Eltern der beiden kennenlernen sollen. Aber natürlich sind Gregs Eltern (Dustin Hoffman, Barbra Streisand) von der Sorte Mensch, mit der der knallharte ehemalige CIA-Agent gar nichts anzufangen weiß.

Die Gag-Dichte ist deutlich höher als noch im ersten Teil und auch das Tempo der Geschichte hat deutlich zugenommen. Dafür fehlt dem Witz über weite Strecken jedoch die psychologische und durchaus politische Schärfe von früher - hier wurde reinem Slapstick Platz gemacht, der seinen Humor aus zwar absurden, aber doch etwas herkömmlicheren Szenen bezieht; wenn zum Beispiel Greg Jacks geliebtem Neffen versehentlich "Arschloch" als erstes Wort beibringt. Insgesamt merkt man dem Film schon an, dass er als Fortsetzung in erster Linie auf eine Steigerung des Profits ausgerichtet ist.

Diese Schwächen bügelt aber die phänomenale Besetzung locker wieder aus. Das Duell der Charakterdarsteller De Niro und Hoffman bietet einen Unterhaltungswert, den man durch nichts ersetzen könnte. Wenn De Niro als verbohrter, konservativer Patriarch auf Hoffman als infantiler, freilebiger Alt-Hippie trifft, baut sich schon vom ersten Moment eine ungeheure Atmosphäre der Anspannung auf, die sich immer wieder in irre witzigen Szenen zwischen den beiden entlädt. Auch wenn dem Rest der Besetzung ebenfalls eine große Zahl von Gags vorbehalten bleibt, steht fest: Diese beiden Schauspiel-Giganten bestimmen den Film. Und sie heben ihn auf ein Niveau, das den meisten anderen Komödien dieser Machart vorenthalten bleiben muss. Ob erzwungene Umarmungen oder brutale Angriffe beim Football-Spiel - die Feindschaft zwischen den beiden Vätern würzt "Meet the Fockers" mit großartigen Szenen. Da bleibt kein Auge trocken.

Angesichts dieses großartig anzuschauenden Duells verzeiht man der Fortsetzung gerne einige kleinere Schwächen wie die vorhersehbare Auflösung oder die allzu konventionelle Inszenierung. Dieser Film ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie starke Darsteller und ein recht cleveres Drehbuch alle formalen Schwächen übertünchen können. Kino, das auf hohem Niveau unterhält - von so etwas sollte es mehr geben!

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