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Nicht nur heute, sondern auch in den 80er Jahren versuchten viele Regisseure durch eine Eigenkreation Aufmerksamkeit zu erregen. Als Schauspieler, Drehbuchautor und Produzenten muss dann der Freundeskreis herhalten. Bei "Satan´s Blade" ist dieses Vorhaben kläglich gescheitert, dabei sind gewisse Ansätze durchaus vorhanden.

Der frisch ausgelernte Anwalt Tony (Tom Bongiorno), seine Flamme Stephanie (Stephanie Leigh Steel), sein bester Kumpel Al (Thomas Cue) und dessen Freundin Lisa (Elisa R. Malinovitz) wollen sich eine Woche Urlaub in einem Anglerparadies gönnen. Die Bungalows liegen schön abgelegen und neben ihnen hausen fünf Mädels. Doch eine Nacht zuvor geschahen hier zwei Morde und es kursiert eine Legende in den Bergen. Angeblich soll der damalige Bewohner des Berges von den Toten auferstanden sein, um jegliche Menschen die auf seinem Territorium sind, zu töten. Und tatsächlich taucht eines Nachts eine Gestalt aus dem Nichts auf und trachtet den dortigen Urlaubern nach dem Leben.

"Satan´s Blade" ist eine seltsame Angelegenheit und ganz schön menschenverachtend. Da sehen wir zu Beginn einen Banküberfall, den zwei Frauen begehen. Kaltblütig erschießen sie die zwei Bankangestellten und fliehen in ihren gemieteten Bungalow ins Anglerparadies. Aus reiner Geldgier ermordet eine der Diebinen die andere, doch deren Glück währt auch nicht lange, denn sie wird von einem Unbekannten mit einem Messer ermordet. Eigentlich tut dieser Vorspann nicht sonderlich viel zur Sache, doch die zwei Frauen hatten einen Partner, doch der wird erst später enthüllt. Erst jetzt beginnt das eigentlich Geschehen, denn insgesamt neun Urlauber müssen hier ums Überleben kämpfen. Im Mittelpunkt stehen Tony und Co, aber auch die Frauen-WG nebenan, erntet einiges an Screentime. Leider fällt "Satan´s Blade" jetzt in ein tiefes Loch und kommt erst im letzten Drittel wieder herausgekrochen.

Die Charaktere bleiben viel zu oberflächlich, dabei hätte L. Scott Castillo Jr. genügend Zeit, um ihnen ein wenig Tiefe zu verleihen. Da wäre noch die Frage, ob sich das bei den schlechten Darstellern überhaupt lohnt. Doch stattdessen verplempert er wertvolle Minuten mit sinnlosem Gequatsche. Tony und Al haben nichts Besseres zu tun, als sich abends total zu besaufen und dann die Frauen im Nachbarhaus zu erschrecken. Dann zofft sich Tony noch mit seiner Frau, schließlich verträgt man sich wieder, springt zusammen in die Kiste, doch das Ganze interessiert den Zuschauer nicht die Bohne. Seine schöne Naturkulisse hat Castillo Jr. total verschenkt. Der Ort ist ideal für einen spannenden Slasher. Ein naturbelassenes Angelerparadies mitten im Nirgendwo, die Bungalows liegen weit ab vom Schuss, die Landschaft ist mit Schnee bedeckt. Doch ausser ein paar hübschen Landschaftsaufnahmen und ein bisschen Klaviergeklimper als musikalische Untermalung kriegt Castillo Jr. nichts gebacken.

Der Mörder darf dann im letzten Drittel auftauchen und die Bewohner der beiden Bungalows in Windeseile dahinmetzeln. Gemordet wird hier mit einem großen Messer mit Goldklinge. Was es mit dem Messer eigentlich auf sich hat, erfahren wird erst ganz zum Schluss. Auf jeden Fall sind die Morde ganz schön blutig geraten und Castillo scheint sich gerne am Todeskampf der Opfer zu ergötzen. Der Killer kommt, sticht einmal oder auch mehrmals auf seine Opfer ein, das Blut fließt in Strömen und wir dürfen den Opfern dann beim Ausbluten zuschauen. Teilweise ist das schon heftig geraten, aber man kann Satan´s Blade" einfach nicht ernst nehmen. Die Darsteller laden zu unfreiwilliger Komik ein, immerhin ist die Enttarnung des Killers eine kleine Überraschung. Aber selbst beim Überlebenskampf will keine Spannung aufkommen. Und anstatt sich einfach zusammen in einem Zimmer zu verschanzen, trennt man sich natürlich. So steuert "Satan´s Blade" diesmal nicht auf ein Happy End zu, in Erinnerung will er deswegen trotzdem nicht bleiben.

Castillo Jr. ist als Regisseur eine totale Niete, denn aus der Story und der Kulisse hätte er durchaus einen zumindest durchschnittlichen Slasher zaubern können. Es will keine Spannung aufkommen, die Darsteller sind Laien und der Mörder darf erst im letzten Drittel auftauchen. Für den hartgesottenen Slasherfan ist "Satan´s Blade" leidlich unterhaltsam, der Bodycount ist insgesamt gesehen ziemlich hoch und es geht auch blutig zur Sache, wenn gemordet wird. Trotzdem in keinster Weise empfehlenswert.

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