Review

Die Legende beginnt… 

„Satan's Blade“ hat eigentlich kein Recht mir so gut zu gefallen, wie er es tut. Aber ich kann es nicht abstreiten - dieser Schneeslasher ist nicht gut, aber herrlich herzig! Doch beginnen wir mit der etwas konfus und sich überschlagend beginnenden Geschichte: zuerst gibt’s einen Banküberfall mit etlichen toten, weiblichen Opfern. Dann fahren die beiden Räuberinnen in eine einsame Hütte, wo die eine die andere geldgierig erschiesst. Nur um dann wiederum von einem Fremden hinterrücks erstochen zu werden. Und dann sehen wir erst eine Truppe junger Erwachsener in der verschneiten Einöde eintrudeln. Und gleich noch einen Van voller notgeiler Mit-Zwanziger hinterher. Ich sag ja: definitiv unique, wenn auch umständlich und wirr…

… die Legende spinnt…

Mit der „Killerpolonaise“ zu Beginn kommen ein wenig Gedanken an Bavas Protoslasher „Bay of Blood“ auf, zwischendurch musste ich durch das viele Gefasel über Legenden auch an den „Madman“ Mars denken, der Piano- und Flötenscore ging mir aufrichtig unter die Haut und verschneite Hütten geben dem Subgenre immer eine heimelige Atmosphäre. Die Atmosphäre ist hier eh schneidend dick und es erstaunt insgesamt, dass „Satan's Blade“ jahrelang Anfang der 80er im Veröffentlichungsgiftschrank auf Halde lag, obwohl der Slasherboom auf Hochtouren lief. Da wurde in der Zeit meiner Meinung nach durchaus eine Menge Schlechteres auf die Videothekengänger losgelassen. Der Killer sieht hier z.B. wahrhaft verstörend aus, die Mädels sind stolz auf ihre nackten Körper und einige der Morde sind fast schon künstlerisch wertvoll und delikat mit Schattenspielen und Tonaussetzern aufbereitet. Zwar ist „Satan's Blade“ nicht der klassische Fall von „qualitativ empfehlenswert“, er kommt auch nicht an sein tolles Poster heran und man sieht ihm in allen Belangen sein Unvermögen und Mini-Budget an. Dennoch bin ich froh, dass Arrow selbst einen dermaßen drittklassigen Slasher, fast auf Amateurniveau, einen hervorragend restaurierten Release spendiert und ihn so unsterblich macht. Das nenne ich mal leidenschaftliche Filmkonservation - selbst wenn viele „Satan's Blade“ wohl zu den schwächeren Slashern zählen werden, die sie je gesehen haben. Für mich hat er jedoch irgendwie Charme und Wärme. Eine Hüttengaudi. Nennt mich verrückt. Schade, dass es nie zur selbstbewusst angeteasten Fortsetzung kam?! 

… die Legende verglimmt…

Fazit: … die Legende zerrinnt! „Satan's Blade“ ist ein Unikat, atmosphärisch dicht und teilweise sehr interessant - aber definitiv nicht im klassischen Sinne gut. Und trotzdem hat er sich in mein Slasherherz gemurkst, geschlichen, geschlitzt. Seltsame Sache… Winterwundenland. Wirkt wie Kanada, ist aber Nanana. 

Details
Ähnliche Filme