Es ist schon eine wahre Pracht was manche Regisseur verzapfen, Michael A. DeGaetano (Scoring, UFO: Target Earth) schrieb auch noch dieses konfuse Drehbuch und versucht uns seine dritte und letzte Regiearbeit als Horrorfilm mit mystischen Elementen zu verkaufen. Da "Schrei aus dem Jenseits" derart in die Hose ging, ist es nicht verwunderlich, wenn man von DeGaetano nie wieder etwas gehört hat.
Im Jahr 1865 verurteilte man die Indianerin Abanaki (Ann Michelle) zum Tod, weil sie ein Versteck von gestohlenen Gütern preisgab. Sie wurde in die Wüste verbannt, verfluchte aber vorher alle Menschen. Heute ist "Apacheland" nur noch eine Geisterstadt. Nur noch die blinde Michelle (Virginia Mayo), ihre beiden Söhne Ralph (Brad Rearden), Patrick (Jim Negele) und ihr Bruder Andrew (Aldo Ray) leben noch dort. Da taucht plötzlich die hübsche Schauspielerin Jennifer Baines (auch Ann Michelle) auf. Aufgrund einer Autopanne wird sie gezwungen eine Weile in "Apacheland" zu bleiben. Während Patrick in Jennifer verschossen ist, sieht Andrew in ihr die Reinkarnation von Abanaki. Er ist der festen Überzeugung sie wäre zurückgekehrt, um sich an ihm für die Taten seiner Vorfahren zu rächen. Es kommt zur Katastrophe.
Herzlich Willkommen zu einem einzigen Trauerspiel, wo in den ersten zwei Filmdritteln erstmal gar nichts passiert. Der Auftakt spielt im Jahr 1865 und wir sehen wie Abanaki mit ihrem Pferd in die Wüste verbannt wird, weil sie ein Geheimnis ausgeplaudert hat. Dabei scheint DeGaetano einen Narren an Ann Michelles Brüsten gefressen zu haben, denn erstens wird sie komplett nackig verbannt und zweitens hält die Kamera immer direkt drauf. Ansonsten bietet diese kleine Einleitung keinerlei Schauwerte, bevor man von einer schrecklichen Titelmelodie aus dem Halbschlaf gerüttelt wird. Überhaupt ist der Score eine einzige Katastrophe, grauenvoll klingend und völlig unpassend. Auch aus der Kulisse hätte man mehr machen können, schließlich steht DeGaetano eine ganze Geisterstadt zur Verfügung. Doch nicht mal den Anflug einer Bedrohung kriegt er zu Stande, stattdessen werden wir Zeuge wie Ralph und Patrick eine Antenne auf dem Dach anbringen und sich mit ihrem unfreundlichen Onkel Andrew gewaltig fetzen. Und warum wird in diesem Kaff plötzlich eine Telefonzelle aufgestellt? Nicht mal als Jennifer ankommt will etwas passieren, außer eine obligatorische Lovestory mit kleiner Sexszene.
Nebenbei wird die blinde Michelle einfach von ihren Söhnen in eine Klinik abgeschoben, weil sie seit dem Tod ihres Mannes Anthony nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Andrew ist fest davon überzeugt, dass Abanaki etwas mit dem Unfall zu tun hatte. Patrick und Ralph haben derweil die Schnauze gestrichen voll und wollen aus dem Kaff für immer verschwinden. Und tatsächlich in den letzten dreißig Minuten darf dann tatsächlich etwas passieren. Andrew bekommt einen mysteriösen Anruf, bedroht Ralph und will Jennifer den Garaus machen. Selbst hier will DeGaetano keine spannende Szene gelingen, auch wenn er zumindest versucht Realität und Fiktion verschimmen zu lassen. So soll sich der Zuschauer nicht sicher sein, ob Andrew sich das Ganze nur einbildet, oder ob tatsächlich Abanaki ihre Finger im Spiel hat. Doch viel zu schnell hat man die Chose durchschaut und ist mittlerweile wirklich genervt von dieser langweiligen Chose. Auch das kurze Finale mit Handgemenge in der Telefonzelle wirkt einfach nur albern, an Gore gibt es gar nichts zu sehen. Da stellt man sich wirklich die Frage warum sich Altstars wie Virginia Mayo (Der Rebell, Gesetzlos) und Aldo Ray (Gehirnwäsche, Treibjagd) für solch einen Langweiler hergeben.
Eine Anhäufung von langweiligen Dialogen und uninteressanten Figuren in Kombination mit einer extrem simplen Story. Als Regisseur muss einem doch selbst auffallen, dass ein Horrorfilm nun mal Atmosphäre und Spannung benötigt, damit er funktioniert. Hier existiert Beides nicht, obendrein muss man auf Goreeffekte auch noch verzichten. "Schrei aus dem Jenseits" ist einfach nur langweilig und dermaßen belanglos, dass er völlig zu Recht in den hinteren Reihen der Videotheken verstaubte.