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Besonders in den Siebzigern, als Sex auf der Leinwand halbwegs salonfähig wurde, gab es auch gleichermaßen bizarre Genre-Kreuzungen, aus denen unter anderem der Exploitationfilm hervorging, der wiederum weitere Untergruppen entstehen ließ.
Die Siebziger waren allerdings auch eine Zeit des unbändigen Drogenkonsums, denn nur so lässt sich diese krude Mixtur aus Softcore und Science Fiction erklären.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Ralph und Donna, die sexuell vielseitig interessiert sind und allerlei Rollenspiele umsetzen. Für den ominösen „Onkel“ treffen sie sich mit Gleichgesinnten in seinem Anwesen und müssen spätestens ab der ersten Leiche feststellen, dass Onkel nicht mehr derselbe zu sein scheint…

Es ist die Zeit der Büsche zwischen den Schenkeln und das untermauern zahlreiche Damen in phasenweise recht offenkundigen Körperhaltungen, ohne dass es auch nur einmal zu explizit dargestellten Handlungen kommt, zumal die Herren ihre Hosen, trotz des zeitweilig auftretenden Orgiencharakters, glücklicherweise anbehalten.
Allerdings fühlt man sich zu Beginn wie in einem angestaubten Aufklärungsfilm, denn der monoton faselnde Erzähler erklärt uns etwas über sexuelle Abhängigkeit und verschiedene Spielarten, bis er nach seinem qualvoll langen Monolog auf den Punkt kommt: Onkel ist alt, bekommt keinen mehr hoch und bezahlt Paare fürs Zuschauen.

Nur, dass dieser Onkel ganz offensichtlich schon längst hinüber ist und nun von einem Außerirdischen gesteuert wird, was allerdings niemand der zugedröhnten Sex-Gäste mitbekommt, auch wenn die Leiche des alten Zausels deutlich als solche erkennbar ist.
So wohnt man einige Zeit einer harmlosen Orgie mit leichtem Hippie-Einschlag bei, wundert sich über surreale Einlagen in Form zweier Paare im Wald und Autokino (welche ja eigentlich im Haus des Onkels eingeschlossen sind) und wartet ungeduldig auf die erste spannende Einlage.

Suspense sucht man bis zum Schluss allerdings völlig vergeblich, denn ein abgetrennter Schädel, der ohne ersichtliches Vorspiel mal eben in den Schoß dreier Damen fliegt, welche sich auch nicht sonderlich über diesen Umstand wundern, erzeugt nicht gerade ein Mitfiebern.
Lediglich die kurzen Passagen, als Ralph und Donna nach einem Ausgang suchen und für einen Moment mit der Stimme der Bedrohung kommunizieren, während anderweitig Nebel und dunkle Gänge vorherrschen, fallen einigermaßen stimmungsvoll aus.

Ansonsten bietet eine Uschi Digart, welche manche eventuell durch einige Russ Meyer Filme kennen könnten, eine halbwegs ansehnliche und zugleich trashige Szene, als diese es mit einem aktiven Oberbett treibt. Passabel ist auch der kleine finale Twist, der immerhin ein wenig überraschend kommt, denn mit einer auf Hirnaktivität basierenden Wendung innerhalb des kopflosen Treibens hätte man kaum mehr gerechnet.

Denn billig, trashig und vor allem völlig konzeptlos gehen die rund 72 Minuten Laufzeit eher schleppend vorüber, da eigentlich keine Bedrohung auszumachen ist. Darstellerisch darf man nicht mehr als eine hölzern agierende C-Garnitur erwarten, auf Ebene der Effekte kommt man kaum über eine etwas größere, im Takt aufleuchtende Lampe hinaus und die Softsexszenen entbehren jeglicher Erotik bis auf die oben erwähnte.
Dass die Chose darüber hinaus zu Beginn eher wie eine schmierige Doku wirkt, kommt erschwerend hinzu, lediglich die kleinen surrealen Einlagen bringen ein Minimum an Abwechslung ins Geschehen.
Nur für harte Trash-Fans, die allerdings keine harten Szenen erwarten sollten.
3 von 10

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