Eine Geheimorganisation rechtsextremer Polizisten unter Führung von Roger Scatti [ Michelle Serrault ] nimmt in Paris das Gesetz in die Hand, räumt unter den Anführern des organisierten Verbrechens im Drogen-, Sex- und Spielmilieu auf und begeht dabei Selbstjustizmorde am laufenden Band. Der ebenfalls nicht ganz koschere Kommissar Grindel [ Alain Delon ] bedauert die Vorfälle zwar nicht wirklich, macht sich aber trotzdem an die Aufklärung.
Ganz interessanter, aber letztlich zu einfach gehaltener Actionfilm, der ein seinerzeit in Frankreich brandaktuelles Thema aufgreift, dieses allerdings in Brutalitäten und einer simpel strukturierten Geschichte ummünzt. Auf das eigentliche Thema wird wie in anderen Filmen a’la DIRTY HARRY 2, SCARRED CITY oder JUDGE MAN nur vordergründig eingegangen, wobei man zugestehen muss, dass die sychologische Atmosphäre trotz der Vordergründigkeit dichter und intensiver als in seinen amerikanischen Pendants gehalten war.
Nach den anfänglichen brutalen Lynchmorden und den ideologischen Makeln auch bzw. hier extrem auf den Seiten des Gesetzeshüter kann man niemandem mehr trauen, später bricht die Gewalt auch auf so sicheren Schauplätzen wie Kinderspielplätzen oder im Polizeirevier selbst aus, wobei die Brutalität oftmals selbstzweckhaft ist, das Geschehen aber ziemlich unwohl macht. Das gleiche gilt für die ständig zynisch-menschenverachtende Sprüche, die sich am laufenden Band wirklich gegen alles richten, eine positive Seite wird durch das Lotterleben des Ermittlers auch nicht gebracht. Der zweite Positive in der Geschichte ist mit seinem Handicap – er trägt eine Handprothese – auch nicht wirklich vertrauenserweckend; psychologisch wird hier zwar holzhammermässig, aber durchaus wirkungsvoll eine wirkliche beängstigende und kalte Situation geschildert.
Einige eingeworfene Actionszenen sind relativ kompetent inszeniert und wirken innerhalb der Handlung auch, ein richtiger Showdown fehlt allerdings; sowieso ist zweifelhaft, ob mit dem Ausschalten des Oberhauptes die gesamte Situation bereinigt ist.
Trotzdem spannender Polizeifilm, der aber einzig durch die unangenehme Zeichnung lebt.