Es sind die leisen Momente,in denen nicht geboxt wird,die Momente,die einem vor emotionaler Eindringlichkeit fast die Kehle zuschnüren,die Eastwoods Drama“Million Dollar Baby“zu einem kleinen Meisterwerk machen.
Erzählt wird die Geschichte dreier einsamer Existenzen auf der Suche nach Nähe:Boxtrainer Frankie,der seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Tochter hat,Kellnerin Maggie,die durch seine Hilfe zum Boxchampion aufsteigen will und Hausmeister des Boxstalls Scrap,aus dessen Sicht das Geschehen erzählt wird.
Dies ist kein gewöhnliches Boxerdrama,was das letzte Drittel nur allzu sehr verdeutlicht.Es dient als geschickte Rahmenhandlung,um Charaktere zu präsentieren,die sich langsam aneinander gewöhnen,von anfänglicher Ablehnung bishin zum Vater-Tochter-Verhältnis,was der überraschenden Wendung eine besonders erschütternde Tragik verleit.Aufstieg und Fall liegen nicht nur im Boxsport sehr nah beieinander.Besonders die ruhige Erzählweise und das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten verleihen den Figuren Tiefe,begleitet von sanfter musikalischer Untermalung,während die pointierten Dialoge zuweilen recht humorvoll anklingen.
Besonders im letzten Teil zeigt sich die darstellerische Klasse der Hauptfiguren,die über jeden Zweifel erhaben ist.Auch wenn zuvor einige Klischees etwas überstrapaziert werden,mit dieser Wendung hätte ich nie gerechnet.Lange nach Ende des Streifens verharrt man im nachdenklichen Schweigen,um den Klos im Hals loszuwerden,bedrückt,aber nicht ganz ohne Hoffnung.
Ein wunderbarer Film,
9 von 10 Punkten