Review

Vorweg sollte ich erwähnen, dass dieser Streifen mit absoluter Sicherheit nicht jedem gefallen wird. Hierbei handelt es sich nämlich um eine äußerst ungewöhnliche Filmproduktion. Man bekommt hier einen Streifen, der in subjektiver, wackeliger und bildmäßig unter dem Niveau der heutigen Möglichkeiten gedrehten Film geboten. Aber hier ist es direkte Absicht. Der komplette Film wird aus der Sicht einer normalen Amateur-Kamera gefilmt und es wird eine neue Art von Filmpräsentiert , ohne heutige technische Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Die Rahmenhandlung bietet eine perfekte Vorgabe, um dieses den Plot intensiv und interessant zu gestalten. Die Story befindet sich zwar auf einfacher und leicht verständlicher Ebene, aber dies zahlt sich aus, da der Zuschauer sich somit auf die recht interessante Art dieses Films konzentrieren kann, ohne abgelenkt zu werden. Aber diese recht beeindruckende Machart des Films ist stark gewöhnungsbedürftig und bedarf ca. 10 min Geduld, um den Film endlich in vollen Zügen genießen zu können. Die gut plazierten Spannungsmomente sind sehr einfallsreich gestaltet und in Szene gesetzt worden.

Darstellermäßig gibt es keine Klagen. Die Figuren wirken zunächst zwar sehr blass und unorientiert, finden aber nach geraumer Zeit ihren Weg. Die recht faszinierenden Charaktere wirken zudem nicht allzu unterschiedlich und fallen damit aus dem Rahmen der gewohnten Sichtweise deutlich heraus und präsentieren sich mit realistischem Touch. Für die deutsche Synchronisation waren wohl Komiker erster Klasse verantwortlich. Die Charaktere wurden mit Stimmen versehen, bei denen der Zuschauer im ersten Moment die Hände kopfschüttelnd vors Gesicht schlägt. Es dauert eine gewisse Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat und sie als halbwegs akzeptabel einzustufen kann. Zudem bringt die deutsche Synchronisation die charakteristischen Züge der einzelnen Figuren nur schwer herüber.

Die wenigen Effekte sind gut gelungen. Der Film baut eine beängstigende und dichte Atmosphäre auf, die gelungen auf den Zuschauer übertragen wird und somit in einigen Momenten eine Art Schockwirkung hat, die erst später nachlässt um gleich darauf erneut zurückzuschlagen, und zwar mit doppelter Kraft. Blut und Splatter findet der Zuschauer hier nicht vor, das verrät bereits die Freigabe ab 12. Effekte solcher Art wären hier auch fehl am Platz gewesen. Der gesamte Film setzt wesentlich mehr auf den Psychoterror, der sich dem Zuschauer direkt in den Hinterkopf brennt.

Fazit: Man wird beeindruckt sein. Aber erst etwas später, nach ca. 10 min. Eingewöhnungszeit. Ein Film, der hält, was er verspricht, aber auch nicht mehr gibt. (9/10)

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