„Born to Fight“ erweist sich als gelungener Kampfsportfilm aus Thailand, der deutlich weniger Schwächen als der ähnlich gelagerte „Ong-bak“ aufweist.
Schon der Opener bietet zünftige Action: Der Polizist Deaw (Chupong Changprung) und sein Partner nehmen einen Drogenhändler hoch, indem sie erst seine Handlanger abknallen und ihn dann nach LKW-Verfolgungsjagd festnehmen. Natürlich muss der Partner dran glauben (das übliche Heldentrauma) und die Szene, in der sich der LKW durch Hütten trümmert erinnert stark an „Police Story“ (und die von „Police Story“ inspirierte Szene aus „Bad Boys 2“), doch dafür wird hier ausgiebig verfolgt und gefightet.
Danach braucht Deaw jedoch eine Pause und fährt mit der Sportlertruppe seiner Schwester in ein Bergdorf, wo diese trainieren und den Dorfbewohnern helfen wollen. Doch Geiselnehmer überfallen das Dorf um ihren Anführer freizupressen...
„Born to Fight“ ist ein Film, der sich klar an die Actionpuristen richtet, denn ähnlich exzessive Kampfszenen findet man in nur wenigen Filmen wie „Red Force“, „Drive“ oder „Black Mask“, während die Story jedoch wie bei den genannten Filmen ziemlich im Hintergrund steht. Außer Geiselnahme und Befreiung passiert hier nichts und Klischees finden sich einige: Der freizupressende Anführer ist natürlich ausgerechnet der in Anfangsszene inhaftierte Boss, für die Umlenkung einer Rakete muss der Held den Steuerungscomputer bloß anfassen und die Dorfbewohner lassen sich durch das Spielen der Nationalhymne im Radio zum Widerstand bewegen (die wird auch noch dermaßen patriotisch mitgesungen, dass sogar Patriotismus in US-Filmen weniger pathetisch wirkt).
Doch wie bei den genannten Filmen steht hier die Action im Mittelpunkt, doch „Born to Fight“ erreicht deren Klasse nicht ganz, denn er kommt teilweise arg geschmacklos daher. Da wird das Abschlachten der Dorfbewohner teilweise zelebriert, Geiselnehmer erschießen nicht mehr eine Geisel zum Durchsetzen ihrer Forderungen, nein, hier müssen die Opfer gleich im Achterpack dran glauben. Familienväter werden natürlich vor ihrer heulenden Tochter erschossen. Das ist fast so daneben wie die Gewalt in „Point Blank – Over and Out“ und vergällt den Spaß in der ersten Hälfte etwas. Klar kann man argumentieren, dass derartiges auch in der Realität passiert, aber „Born to Fight“ will ein Unterhaltungsfilm sein (im Gegensatz zu Fernsehnachrichten).
Ansonsten kann man die Action jedoch unbeschwert genießen, denn sie hat zwar einen gesunden Härtegrad, aber ist nicht so menschenverachtend dargestellt. Hier setzen die Macher vollkommen auf unrealistische, aber extrem spektakuläre Fights: Oft werden Gegner nicht einfach geschlagen oder getreten, sondern mit megakomplizierten Spungkicks ausgeschaltet (mal ganz zu schweigen davon wie die Fights wohl ausgehen würden, wenn die Fieslinge mal vernünftig die Deckung hochnehmen würden, aber das ist ja in fast jedem Actionfilm so). Aber auf Realismus kommt es hier nicht an und man kann sich extrem spektakulären Kämpfen, Stunts und etwas Gunplay erfreuen. Wie man an den Outtakes sehen kann, wurden die Stunts auch ohne Rücksicht auf Verluste gemacht (einige Aktionen grenzen fast schon an Selbstmordversuche) und genau da liegen die Vorteile von „Born to Fight“ endlich wird mal wieder handgemachte Action geboten, die nichts anderes möchte als unterhalten. Selbst die gigantische Explosion am Ende kommt ohne den Einsatz von CGI aus.
Handwerklich lässt sich „Born to Fight“ auch als sehr solide bezeichnen. Die Darsteller sind alle keine großen Könner, aber für einen Prügelfilm reicht es dicke aus. Die Regie kennt zwar wenig Stilmittel außer Zeitlupe, aber macht einen guten Job (besser als in „Ong-bak“, wo die unnötigen Regiespielereien die Fights verschlechterten). Die Optik stimmt aber und die Regie lässt keine Langeweile aufkommen, auch wenn sich die Action fast ausschließlich auf die zwei gigantische Actionszenen beschränkt: Den schon sehr langen Auftakt und die fast halbstündige Befreiung des Dorfes. Ansonsten gibt es noch ein paar kleinere Actionszenen, wie den Kampf mit den brennenden Holzscheiten und die finalen Duelle gegen den Obermotz, die sich an die Dorfbefreiung anschließen.
„Born to Fight“ richtet sich wirklich nur an Actionfans, doch auf Basis der Behelfsstory wird hier ein unglaublich spektakuläres Fight- und Stuntfeuerwerk abgebrannt. Wäre der Film stellenweise nicht ganz so überzogen in der Gewaltdarstellung gegenüber hilflosen Opfern, dann würde „Born to Fight“ vielleicht in einer Liga mit den ganz großen Martial Arts Filmen wie „Black Mask“ spielen.