Willkommen zur großen Stuntshow aus Thailand!
Der Begriff „Actionfeuerwerk“ ist ja ein weit dehnbarer und auch oft verwendeter, aber selten trifft er so ins Schwarze wie bei „Born to fight“.
Allein die letzten 40(!) Minuten bestehen aus Daueraction ohne Zeit zum Luftholen, da kann man sich wahrlich nicht über zu wenig Tempo beschweren.
Den Genreanhängern ist die hohle Story eh schnuppe:
Cop Daew schnappt Drogenboss Yang, allerdings explodiert beim Einsatz sein Kollege.
Um das zu verarbeiten, schnappt er sich seine Schwester und einige Elitesportler, um irgendwo auf dem Lande Hilfsgüter auszuliefern.
Terroristen stören das friedliche Beisammensein, knallen zahlreiche Dorfbewohner ab und nehmen die Überlebenden als Geisel, denn Drogenboss Yang soll freigepresst werden.
Doch die Geiseln wissen sich zu wehren…
Donnerschlag, das Ding fetzt gewaltig.
Nehmen wir einmal die leicht unglaubwürdige Story beiseite, haben wir es mit einem hoch unterhaltsamen Thai-Film zu tun, der choreographisch allererste Sahne ist.
Bereits die Eingangssequenz, in der sich Daew zwischen parallel fahrenden Trucks hin und her hangelt, springt und stürzt, hat es in sich.
Die gute Tat in dem armen Dorf ist zwar an Kitsch kaum zu überbieten, doch mit der blutigen Stürmung der Terroristen bringt das einen gelungenen Kontrast.
Da wird auf Frauen und Kinder keine Rücksicht genommen, so dass dem Zuschauer die Galle anschwillt, - für den Gegenschlag wird man so richtig angeheizt.
Und ab etwa Minute 50 erfolgt dann dieser Gegenschlag.
Fairerweise sollte man erwähnen, dass der Anlass hierfür auch ein wenig albern ist, aber der Patriotismus scheint in Thailand recht ausgeprägt, so dass das gemeinsame Anstimmen der Nationalhymne ausreicht, um ohne Waffe auf bewaffnete Soldaten loszustürmen…
Kann man auch nicht länger drüber nachdenken, denn es folgt der längste Showdown seit langer Zeit.
Und hier kommen Actionfans so richtig auf ihre Kosten: Blutige Schießereien, Schwebebalkenakrobatik mit Kicks und ein Fußballer, der in seiner Sportart so richtig treffsicher mit Kugeln aller Art umgehen kann, bestimmen den Ablauf.
Dazwischen geht Hauptfigur Daew fast ein wenig unter, doch auch er darf zielsicher austeilen und sogar mit einem Motorrad durch eine Feuerwand preschen.
Ob ein Kampf mit glühenden Latten, ein Sturz, bei dem der Körper hart an diversen Metallteilen abprallt oder meterweite Flüge, - die Stuntleute bringen waghalsigste Einsätze und das auch noch auf den Punkt genau.
Das beweist der etwas überdehnte Einsatz an Slow Motion, ohne den der Film wohl nur eine Stunde Laufzeit hätte.
Kann mir gut vorstellen, dass umliegende Krankenhäuser zur Drehzeit mehr Knochen zu flicken hatten als üblich, was durch einige Outtakes im Abspann noch deutlicher wird.
Doch der risikoreiche Einsatz hat sich gelohnt, das Ergebnis ist bestaunenswert und wenn gegen Ende das ganze Dorf in die Luft fliegt, wird klar, dass die Produktion eine wirklich aufwendige gewesen sein muss.
Zwar regen einige ernst gemeinte Szenen zum Lachen an, wenn beispielsweise ein Kind einen Soldaten ausknockt, oder eine Langstreckenrakete mit Ziel auf Bangkok nicht ganz nachvollziehbar umgelenkt wird und im Wasser landet.
Aber die Arbeit der richtig guten Akrobaten überspielt so einige Schwächen dieser Art.
Actionfreunde von originellen und abwechslungsreichen Fightszenen werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen.
Wenn das Niveau gehalten und beim nächsten Mal eine brauchbarere Story mitgeliefert wird, darf künftig ruhig mehr dieser Art aus Thailand zu uns kommen.
7 von 10 Punkten