Review

2003 avancierte der Prügel-Film „Ong Bak" überraschender Weise zum (verhältnismäßigen) Kassen Knüller, da dachte man sich wohl man könnte es auch alleine noch mal probieren und so beschloss Panna Rittikrai kurzerhand seinen eigenen Film zu drehen. Er arbeitet bei „Ong Bak" beim Drehbuch mit und tat dies dann auch bei „Born to Fight", nur nahm er diesmal auch gleichzeitig auf dem Regiestuhl platz.

Tja, was kann man wohl von einem solchen Film erwarten??
Die Story bei Ong Bak war ja nun schon mehr Vorwand als Geschichte, wie das Ganze dann hier ausartet kann man sich ja dann vorstellen. Von einer echten Geschichte kann man hier nämlich nicht wirklich reden.
Der Cop Dewan Dean Chupong) will mit seinem Meister ein paar Ganoven hochnehmen, allerdings geht dies schief und sein Meister stirbt. Um sich abzulenken beschließt er spontan mit seiner Schwester in ein entlegenes Dorf zu fahren um dort Almosen zu verteilen. Ausgerechnet dieses Dorf hat sich eine Gruppe Terroristen ausgesucht um ihren General, den Dewan vor kurzem verhaftet hat, freizupressen. Im Gepäck haben sie jede Menge Waffen, Kaltblütigkeit und damit alles klappt, auch gleich noch eine Atom-Bombe. Allerdings haben sie nicht mit der Kampfbereitschaft der Dorfbewohner und Sportler gerechnet...

Man konnte ja schon vorher an allen Ecken und Enden hören, dass der Film keine Story, dafür aber einen Haufen Action mitbringt. Leider ist dies meiner Meinung nach absolut nicht der Fall. Okay, der Auftakt ist gelungen, allerdings braucht es dann doch eine Weile bis es richtig losgeht, und dann geht's irgendwie auch nicht so richtig los.
Das Problem was der Film hat, ist, dass die Kämpfe einfach nicht lang genug sind, alles was passiert wird in Zeitlupe gezeigt und da bringen dann 3-4 Schläge und 1-2 Akrobatikeinlagen einfach keinen Schwung mit. Wenn man hier eine Endlosprügelei wie z.B. in „Ong Bak" erwartet, ist man leider etwas deplaziert, denn nach den kurzen Fights, wird entweder spontan die „Story" weiterentwickelt, oder es wird geballert. Und diese Ballerei war eines der Hauptprobleme die ich mit diesem Film hatte, es wird verhältnismäßig einfach zu viel geschossen. Die Schiessereien sind zwar gut umgesetzt, wirken aber bei einem Film der so beworben wird, völlig fehl am Platz, zumindest in dieser Anzahl.
Hätte das Verhältnis hier gestimmt, und hätte man noch eine Spur mehr Action integriert (ja ich fand es war zu wenig), hätte man wohl wirklich keine Zeit zum Atmen gehabt, denn die Stunts sind sehr außergewöhnlich und es klappt einem schon öfters mal die Kinnlade herunter, wenn man sieht was die Darsteller da auf den Bildschirm zaubern.

Inszenatorisch und handwerklich kann man hier wohl nicht allzu viel erwarten und das habe ich auch nicht. So sind die Kranfahrten doch sehr wackelig, der Einsatz der Zeitlupe etwas unästhetisch ( z.B. als der LKW den Berg herunterfällt) und die Schnitte oder Abblendungen passen auch nicht immer so gut.
Um so mehr war ich überrascht, als ich plötzlich eine perfekte Riesenexplosion auf dem Bildschirm sah, und eine überaus gelungene Steadykamera. Vor allem die selbige ist hier wirklich hervorzuheben, ich habe selten einen so wackelfreien, guten und zugleich stylischen Einsatz einer Steadycam gesehen. Ob mit den Fahrten Action festgehalten wird, oder einfach nur wie der General aus seinem Auto aussteigt, hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet.

Auf schauspielerischer Ebene fand hier nun auch nicht unbedingt so viel statt. So schlimm wie einige behaupten, finde ich die Darstellungen dann allerdings auch nicht, sie sind durchaus annehmbar.
Dennoch wurde wohl in Szenen bei denen irgendwie irgendwas gesprochen wurde, gar nicht geprobt. So ist es kein Wunder, dass der General bei seinem Telefonat mit dem Präsidenten, vergeblich versucht seinen Fuß irgendwie an der Kiste auf der er sitzt, zu platzieren. Dafür hat man wohl all seine Energie dann in die Actionszenen gepackt, das Ergebnis ist folglich auch nicht überraschend.

Die Ansätze die hier gemacht wurden, halte ich durchaus für nicht falsch, allerdings hatte ich den Eindruck, dass man nicht so richtig wusste was man wollte.
Einen Film mit vielen Schiessereien oder doch lieber mehr Material-Arts? Möchte man eine Geschichte erzählen und Charaktere aufbauen oder läst man es doch lieber bleiben?
An dieser Unentschlossenheit kränkelt der Film leider etwas.
Ansonsten gibt es hier akrobatische Darstellungen erster Klasse, eine harte und vor allem kompromisslose Geschichte sowie viele Schießereien zu begutachten...

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