Nachdem Agent Daew bei einem Großeinsatz den Drogenbaron General Yang festnehmen konnte und mitansehen musste, wie sein Vorgesetzter durch eine Bombe getötet wurde, macht er sich zusammen mit seiner Schwester und einer Gruppe von Sportlern auf, um zu einem Fest zu reisen.
Kurz nach der Ankunft in dem Dorf an der thailändischen Grenze zu ... überfallen plötzlich Terroristen das Dorf und drohen alle Einwohner zu töten, falls der General nicht wieder freigelassen wird. Doch die Terroristen haben die Rechnung ohne Daew und die Sportler gemacht....
Also die kurze Inhaltsangabe dieses thailändischen Streifens sagt eigentlich fast alles aus was den Zuschauer im Laufe der ca. 90 Minuten Spielzeit erwartet. Nämlich eine kaum vorhandene Handlung und Action.
Grundsätzlich ist daran nichts falsches, derartige Filme und das entsprechende Zielpublikum gibt es wie Sand am Meer! Und wer sich nicht an der Story bzw. den mehr als oberflächlichen Charakteren stört, der könnte hier sogar genau richtig sein!
Thailand ist etwas besonderes! Für mich zumindest, denn ich habe dort nun schon mehrere Urlaube verbracht und es zieht mich immer wieder in dieses Land, daß einen geradezu irrwitzigen Spagat zwischen modernem westlichen und traditionellem asiatischem Leben versucht zu meistern.
Filme aus Thailand sind nun eher wieder etwas selteneres, ungewohntes – für uns westliche Zuschauer zumindest. Im Zuge der Welle asiatischer Filme, die in den letzten Jahren vor allem die Videotheken hierzulande geradezu überschwemmte, war es bloß eine Frage der Zeit bis auch thailändische Filme hierzulande veröffentlicht wurden.Bisher wurde die Film-Welt größtenteil durch die beiden thailändischen Acton-Filme mit Tony Jaa tangiert. Beide boten körperliche Action am Limit und fielen neben den grandiosen Action-Szenen nur noch durch ihre ziemlich mäßige Handlung auf.
„Born To Fight“ scheint dem noch die Krone aufsetzen zu wollen – und schafft es sogar größtenteils!! Die bereits erwähnte Story ist hier wirklich bloß ein ganz grober Rahmen um den Action-Szenen wenigstens eine kleine Daseinsberechtigung zu verleihen. Die Charaktere sind total blaß und geradezu fahrlässig oberflächlich, um nicht zu sagen unbedeutend gezeichnet.... Hier sieht man schon mal die erste Steigerung zu „Ong Bak“ und „Revenge Of The Warrior“.
Und zwar einen Film ohne Hauptdarsteller! Denn Daew dient hier bestenfalls als Einstiegs-Figur für die „Handlung“ bzw. die Action und darf neben reichlich Prügel für die bösen Buben auch noch einge rare, aber stumpfsinnige Dialoge à la „Hurensöhne“ unters Kino- bzw. DVD-Publikum streuen.
Im Zusammenwirken mit den erwähnten Streifen ist dies schon mal ein ganz gewaltiger Rückschritt! Damit ist „Born To Fight“ gegenüber den beiden „Erfolgsfilmen“ aber schon mal klarer Sieger in Sachen „Film ohne Identifikations-Figur“!
Handlungstechnisch spielt sich hier zwar alles sehr geradlinig ab, unterbietet die Tony-Jaa-Streifen damit aber auch noch locker um einige qualitative Längen.
Kommen wir aber zu den positiven Aspekten diesen Film! Diese liegen wie zu erwarten war, ausschliesslich in der Acton! Was hier geboten wird ist wirklich aussergewöhnlich!
Jeder kämpft hier auf seine Art und das ohne Ende. Die Haupt-Action-Sequenz im Dorf dauert über 20-Spielminuten und darin kämpfen die Turner, Fußballspieler und sogar die Einbeinigen und Kinder auf ihre eigene, teilweise spektakuläre Art gegen die Invsoren!
Hier wird jeder Action-Freund, sofern er die bereits erwähnten großen sonstigen Mängel ertragen kann mehr als belohnt. Das ist wirklich physische Action in Reinkultur und nahe an der Perfektion!!
Fazit: „Born To Fight“ ist ein echter Grenzfall! Entweder man liebt den Streifen wegen der genialen Action, verdammt ihn wegen seiner grenzdebilen Handlung und Charakterzeichnung oder sucht sich einen Mittelweg (wie ich) und vergibt aufgerundet ...