Der Truckfahrer Bo, genannt „Bandit“, ist auf den Highways der USA eine Legende. Grund genug für die schwerreichen Burdettes, den ausgeflippten Sprücheklopfer zu einer waghalsigen Wette zu überreden: 400 Kisten Bier quer durch die Staaten vorbei an den strengen Gesetzeshütern schmuggeln. Ein Vorhaben, das für Bandit und seinen nicht minder durchgeknallten Kollegen Cledus, den „Schneemann“ ein leichtes Vorhaben wäre – gäbe es da nicht die Anhalterin Carry alias „Frosch“, die vor ihrer Hochzeit floh und nun den dauerhaft schlecht gelaunten Sheriff Buford T. Justice mitsamt seinem unterbelichteten Sohnemann am Hals hat.
Der Rest der Geschichte besteht hauptsächlich aus wahnwitzigen Verfolgungsjagden mit der Polizei, jeder Menge flotter Sprüche seitens Burt Reynolds und der immer wieder umwerfend zynischen Präsenz von Jacky Gleason als Sheriff, der auch (oder besonders) in der grandiosen deutschen Synchronisation einige denkwürdige Zeilen zum besten geben darf, die immer wieder zum Lachen animieren. Wenn er in unnachahmlicher Weise seinen Sohn zur Schnecke macht, über seine Gattin lästert oder einfach nur seine engagierten, aber unfähigen Kollegen verbal attackiert, bliebt kein Auge trocken. Ein programmierter Fiesling, der dem eigentlichen Protagonisten Bandit beinahe das Wasser abgräbt. Letzterer kann sich aber insgesamt nahezu gleichwertig aus der Affäre ziehen, vermag er mit dem Charme eines prolligen, aber sympathischen Outlaws durchaus beim Zuschauer zu punkten. Sally Field und Jerry Reed bleiben als wackere Mitstreiter eher am Rande, machen aber ebenfalls eine gute Figur.
Die Höhepunkte der Hatz sind aber wie erwähnt die technisch veralteten, aber immer noch herrlich überdreht wirkenden Actionszenen, bei denen immer wieder das eine oder andere Polizeiauto zu Bruch geht. Insbesondere der Wagen von Sheriff Justice muss im Laufe der Handlung so einiges über sich ergehen lassen - erst das fehlende Dach, später noch eine Tür und eine defekte Hupe - ein köstlicher Running-Gag, der auch heute noch bestens funktioniert. Ebenfalls erinnerungswürdig ist auch die Sequenz, in der Bandit mitsamt seinem Trans-Am in einem LKW-Konvoi „versteckt“ wird - wunderschön untermalt mir dem Titelsong „Eastbound and Down“ von Jerry Reed. Eine von zahlreichen Szenen des Films, die für viele, die den Film schon als Kind geliebt haben, einen besonderen Stellenwert im cineastischen Gedächtnis einnimmt.
„Ein ausgekochtes Schlitzohr“ ist eine infantile, aber äußerst unterhaltsame Actionkomödie, die bis heute nichts von ihrem Charme eingebüßt hat und dank sympathischen bis urkomischen Figuren und rasantem Erzähltempo immer wieder sehenswert ist. Ein echter Evergreen.