Krankenhaus-Serien sind ja eigentlich immer 'in', aber mein Fall war dieses Genre des Films bzw. der TV-Serie noch nie. Weder die deutsche Schwarzwaldklinik noch Emergeny Room haben mich hinter dem Ofen vorlocken können. Aber Dr. House ist einfach anders. Woran das liegt kann ich nur erahnen.
Den größten Anteil hat wahrscheinlich die Figur des Dr. Gregory House, der von Hugh Laurie so gut gespielt wird, dass man denken könnte, er spielt sich selbst. Dr. House ist alles, was man seit seiner Kindheit nicht mehr sein darf oder nicht sein soll: Arrogant, Verletzend gegenüber seinen Mitmenschen, Egoistisch - aber auch ein Meister des ärztlichen Faches. So wollten doch viele von uns als Kinder oder Jugendliche sein - Rebell und Genie; was gibt es Besseres?
Dr. House ist ein Arzt, der seine Patienten (manchmal könnte man auch denken, es wären seine Opfer) und deren Gebrechen genauestens analysiert und die plausibelste Behandlung als Lösung des Problems einfach durchführen läßt - auch wenn er sich dann und wann mal wieder geirrt hat und der Patient am Ende wieder unter Lupus leidet (zumindest in den ersten beiden Staffeln).
Und da komme ich auch schon auf meinen einzigen Kritikpunkt zu sprechen. Ich bin kein Arzt und wahrlich kein medizinisch bewanderter Mensch. In Dr. House werde ich aber mit medizinischen Fachbegriffen und Therapiemöglichkeiten im besten Fachchinesisch geradezu bombardiert. Das macht die 'Anamnese' des Films bzw. genauer gesagt des Inhalts mehr als schwer und manchmal sogar unverständlich.
Aber Dr. House ist kurzweilig und auf dem besten Wege dazu, Fernseh-Kult zu werden. Wenn er es nicht schon ist.
9/10