Review

Staffel 1

Dr. House ist ein Zyniker, aber brillianter Diagnostiker, der jedoch den Umgang mit Menschen hasst. Stellt sich die Frage, warum er dann diesen Beruf ausübt, da wäre er besser Pathologe, Chirug oder Totenbeschauer geworden. Lästige Routine Arbeiten interessieren ihn einfach nicht, nur seltene Krankheiten erregen sein Interesse.
Seine These: "Menschen lügen", daher hört er sich Krankengeschichten erst gar nicht an, Ärtzen misstraut er sowieso. Er überpüft lieber alles nochmals. Ist er sich mit einer Diognose nicht sicher probierte er halt mal ein "Medikament" aus. Überhaupt kommt mir diese Serie als stark Pharma-verhätschelnd vor. Dies wird evident, als er eine Impfgegnerin, die noch dazu ihr Baby mit Muttermilch versorgen will, verächtlich macht und ihr sagt, sie könne ja gleich einen Bio-Sarg bestellen, wenn sie das Baby nicht impfen ließe. 
Er selbst hinkt und nimmt extrem häufig Schmerzmittel-wobei dessen Einnahme teilweise zelebriert wird-, dass ihn sogar sein Freund/Kollege davon losbringen möchte. Diese Medikamentengläubigkeit ist furchtbar, da werden in die Menschen verschiedenste "Medikamente" (Gifte) hineingepumpt, bis man mal das richtige erwischt. Nur bei Krebs wird meist kapituliert und ist ein Tumor laut Krankenhausvorschriften für eine OP zu groß, wird er einfach zuvor in Ethanol eingelegt, damit er einschrumpft und der Chirurg übertölpelt wird.
Der Mensch wird zur Maschine degradiert, die bei richtiger Wartung zu funktionieren hat. Reden ist unnotwendig, für jede Krankeit - eigentlich meint Dr. House damit "Symptom" gibt es ja Pillen. Denn bei Symptom A gibt's 5ml von Substrat X, während Symptom B 10ml je kg Substrat Y benötigt. Die Ursachenermittlung überlässt er seinen Kollegen/Untergeben. Die erheben brav die Krankengeschichten und fahren sogar CSI- mäßig vorort und sehen mal nach, was denn die Ursache sein könnte, wenn das Antibiotikum den Kranken unerwarteterweise noch kränker macht.
Als eine Reihe von Neugeborenen krank werden, wird penibelst das Inventar überprüft, nur die Mitarbeiter sieht man sich nicht an. Und dann kommt von einer gleich ein tödliches Virus, wo die bedauernswerten Ärzte nur 2 Mittel ausprobieren können. Dann lässt man das eine auf die eine Hälfte los und das andere probiert man bei der anderen Hälfte aus. Ich konnte da nur noch den Kopf schütteln, habe dann aber noch einige Folgen durchgehalten, aber bei Folge 14 endgültig aufgeben.
Die Fälle sind immer sonderbarste Krankheiten, die eigentlich als ausgestorben oder extrem selten gelten. Das Ambiente ist auch recht merkwürdig. CSI mäßig die Büros und Krankezimmer in Glaskästen, nur wenn ein Patient abzukratzen droht, werden mal die Jalousien herabgezogen, um dem Patienten etwas Privatspähre zuzugestehen.

Die Serie lebt von den guten und sympathischen Schauspielern und gewährt durchaus interessante Einblicke in den Krankenhausalltag. Da wird mal intubiert wiederbelebt oder ein künstlicher Atemweg geschaffen, die vielen Fachbegriffe stören nicht, sondern machen die Serie glaubhafter und informativer. Onkologie wird kein unbekannter Begriff mehr sein oder "Differentialdiagnostik". Daher auch verdiente 5 Punkte.
Die Serie definiert sich aber nun mal über den Hauptdarsteller und das ist der teilweise Sherlock Holmes-artige Dr. House. Und ich mag mich nicht anfreunden mit einem medikamenten-süchtigen, ständig unrasierten und auch sonst nicht besonders sympathischen Arzt, egal wie brilliant er auch sein mag. Dexter und Dr. House sind nicht die Idole, die wir brauchen oder gerne öfter sehen wollen.

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