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Man nehme einen US-Regisseur, der anscheinend nicht viel zu verlieren hat, einen Drehbuchschreiber mit dem Vorsatz, so gut wie jedes Tabu zu brechen, eine dickbusige Möchtegernwalküre als Hauptdarstellerin und Nebendarsteller, die sich für nichts zu schade sind – und fertig ist er, der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Don Edmonds Naziploitation-Trash aus dem Jahre 1975 vermengt hier vollkommen sinnbefreit Sex und Gewalt vor dem skandalträchtigen Hintergrund eines Nazi-Gefangenenlagers bis zum Erbrechen und versucht, so viele Grenzen wie möglich zu überschreiten. Jegliche Grenzen überschreitend war auch das, was die echten Nazis ihren Opfern angetan haben. Das zu verarbeiten steht diesem Low-Budget-Knallbonbon selbstverständlich nicht im Sinn, statt dessen möchte man sein Publikum mit heftigen Folterszenen und vielen Nackedeis unterhalten. Offensichtlich zielt man dabei schamlos auf eine äußerst fragwürdige Zielgruppe, die sich gern an Gewalt gegen Frauen ergötzt. Der Make-Up-Künstler jedenfalls verstand sein Handwerk und sorgte für einige wirklich harte Szenen. Das wäre eigentlich alles zurecht ein Aufreger, wäre der Film nicht so unfreiwillig komisch. Er nimmt sich nämlich selbst bierernst und ist dabei aber in seinem Ideenreichtum so dermaßen übertrieben und unglaublich offensichtlich spekulativ, dass er zu einem großen Trash-Abenteuer wird. Dazu passend fielen die Dialoge zumindest in der deutschen Synchronfassung überaus hölzern und gekünstelt aus, insbesondere im Falle Ilsas höchstpersönlich, die nun wirklich zu keiner Sekunde bedrohlich oder angsteinflößend wirkt, während sie so vor sich hinvögelt und -foltert. Gegen Ende werden dann mittels Fäkalhumor die Nazis auch noch kräftig verarscht, was der Ernsthaftigkeit Ilsas den letzten Todesstoß versetzt – sogar noch vor den wilden Schießereien im Finale, bei denen der Make-Up-Künstler anscheinend keine Lust mehr hatte (oder nicht mehr bezahlt werden konnte), denn unpassenderweise gerieten diese sehr unblutig. Trashologen kommen an Ilsa (nicht nur wegen ihrer Körbchengröße) nur schwer vorbei; wer das Werk aber auf einer anderen Ebene schätzt, hat damit zumindest ein Indiz dafür, warum er keine Freundin hat und/oder sich in Behandlung befindet… (ok, für Menschen aus dem Sado-Maso- oder Uniform-Fetisch-Bereich könnte dieser Film evtl. noch von einem etwas anders gelagerten Interesse sein).

„Sie setzen keine Narkose ein?“ –
„Man gibt Schweinen doch kein Kaviar!“

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