In jeder Hinsicht geschmackloser - aber durchaus ästhetischer - NS-Sexploitation Streifen, der an Absurdität und Grenzüberschreitung kaum zu überbieten ist, dennoch mit Überraschungen aufwarten und sowohl Genrefans, als auch Liebhaber kontroverser Filme im Allgemeinen überzeugen kann.
Der berüchtigte Kultfilm Ilsa: She Wolf of the SS ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, im Vordergrund stehen natürlich Frauenkörper, menschenverachtende Folterungen und Nazi-Ästhetik rund um eine dominante, sexbesessene Lagerleiterin, dargestellt von Dyanne Thorne, die der Rolle tatsächlich das einhauchen kann, was man von ihr erwartet: Eine durch und durch abgebrühte Sadistin und nymphomane Sexbombe, die in filmhistorischer Sicht sogar ein Novum darstellt - so sind hier die sadistischen Folterspezialisten weiblich.
Natürlich wird der Kontext eines Konzentrationslagers schamlos missbraucht, ebenso wie die zum Großteil hanebüchene Story, die nur Mittel zum Zweck ist.
Doch wer bei diesem Film ernsthaft historische Authentizität erwartet hat, dem ist sowieso nicht zu helfen, also darf dieser Maßstab auch nicht herangezogen werden.
Ilsa hat andere Ziele. Und die werden auch voll und ganz erreicht. Von dilettantischen bis guten Schauspielleistungen ist alles zu finden und all das mischt sich letztlich in diesem Gesamtwerk zu einer Mixtur aus bitterstem Schwarzem Humor, Erotik, Trash, Absurdität, Gewalt, Ästhetik und Tabubrüchen, die sich gewaschen haben.
8/10