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Mit Shark präsentiert uns Sam Fuller ein famoses, nihilistisches Action-Drama, das sich all jene Leute mal ansehen sollten, die Slapstick-Krawumm wie Stirb langam 4  für Männerkino halten.

Es geht rasant los:  Ein Taucher gerät mit einem Hai aneinander und  muß dran glauben. Szenenwechsel:  Caine (Burt Reynolds) wird beim Waffenschmuggel erwischt und flüchtet, sein Wagen stürzt in einen Abgrund, er selbst rettet sich mit knapper Not in eine heruntergekommene Küstenstadt am Roten Meer.
Danach kehrt erstmal Ruhe sein. Fuller nimmt sich viel Zeit, seine Charaktere zu entwickeln, allesamt verkrachte Randexistenzen (u.a. Arthur Kennedy als trinksüchtiger Arzt).

Unter einem Vorwand wird er von einem zwilichtigen Forscherpaar für einige Tauchgänge an einem von Haien bevölkerten Riff vor der Küste angeheuert. Schon bald stellt sich heraus, daß es natürlich nicht um wissenschaftliche Forschung geht, sondern um die Bergung einer Goldladung aus einem Schiffswrack.

Hier arbeitet jeder gegen jeden, niemand macht sich über das Leben noch was vor. Auch Caine ist ein desillusionierter Zyniker,  hat sich aber immerhin noch Anstant und Moral bewahrt, da er sich  um einen kleinen Jungen sorgt, der sich mit Diebstählen durchschlägt.

Die Atmosphäre ist sehr dicht (woran die malancholische Jazz-Musik auch einen Anteil hat),  die Kamera ist großartig, scheut keine ungewöhnliche Perspektive und klebt im passenden Moment dicht am Geschehen, was sehr dynamisch wirkt. Burt Reynolds gefällt mir hier besser als in seinen späteren Sonnyboy-Action-Rollen, und hat mit Horst Stark einen guten Synchronsprecher erhalten.

Kinowelt vermarktet den Film als Haifisch-Schocker, was nur bedingt zutrifft und das falsche Publikum anlockt (wobei die Hai-Sequenzen auch hervorragend gelungen sind).

8/10

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