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Jochen Schropp spielt einen TV-Autoren, der ein paar Kilo abnehmen will, bevor er seine Jugendliebe wieder trifft. Da er jedoch weder Sport betreiben, noch hungern will, entschließt er sich an der "Popp dich schlank Diät" teilzunehmen und diese zusammen mit seiner Arbeitskollegin und Freundin, gespielt von Theresa Scholze, die ihren Freund mit einer besseren Figur zurückerobern möchte, durchzuziehen. Dabei verlieben sich die beiden jedoch ineinander.

Während "American Pie" und andere Teenie-Komödien in den USA Geld ohne Ende einspielen und im Wochentakt in den Kinos erscheinen, möchte wohl auf Prosieben etwas vom großen Kuchen abhaben und produziert "Popp dich schlank!". Die einzige innovative Idee, die den Film von seinen amerikanischen Kollegen unterscheidet ist der zugegebenermaßen geniale Titel, der einerseits provoziert, andererseits aber auch das Interesse des Zuschauers weckt und wohl auch denen im Gedächtnis bleibt, die den Film nicht gesehen haben. Der Titel verspricht einen typischen, schlüpfrigen Teenie-Film, der gar nicht mal so weit hinter seinen amerikanischen Kollegen zurückbleibt, denn die wesentlichen Elemente des Genres sind vorhanden und einigermaßen sinnstiftend miteinander verbunden. Einmal mehr dreht sich die Story um 2 Freunde, die irgendwann feststellen, dass sie mehr füreinander empfinden. Vom näher kommen der beiden, über die scheinbare Katastrophe bis hin zum Happy End spult die Produktion alle Inhalte der amerikanischen Komödien ab und bleibt dabei ideenlos. Die Charakterkonstruktion verläuft frei nach dem Klischee und auch ansonsten bewegt sich der Film in überaus seichtem Gewässer. Wie die meisten seiner amerikanischen Vorbilder ist auch "Popp dich schlank!" überaus stereotyp und einfallslos gestrickt, ist aber auch nicht viel schlechter als der Teenie-Schund der in den USA produziert wird.

Die Inszenierung kann aufgrund des niedrigen Budgets natürlich über weite Strecken nicht mit den amerikanischen Teenie-Filmen mithalten. Regisseur Christoph Schrewe, der bisher durch diverse TV-Serien und TV-Produktionen wie "Crazy Race 2", "Apokalypse Eis" und "Verliebte Jungs" in Erscheinung treten konnte, leistet jedoch alles in allem solide Arbeit. Die Filmmusik ist solide und schafft es stellenweise die behagliche und wohlige Atmosphäre, von der die meisten Teenie- und Liebeskomödien leben, aufzubauen. Gags gibt es leider zu wenige und die meisten die gebracht werden sind leider zu flach um ernsthaft unterhalten zu können. Immerhin verfällt der Film dabei nicht in den peinlichen Fäkal-Humor, den man von anderen Filmen dieser Art kennt. In der ersten Hälfte ist der Film aufgrund seiner relativ amüsanten Idee mit der Popp-dich-schlank-Diät noch ziemlich lustig, in der zweiten Hälfte wird das Erzähltempo dann aber viel zu stark gedrosselt und der Film läuft sehr höhepunktslos, langweilige und zäh auf sein vorhersehbares Ende zu. Damit ist "Popp dich schlank" alles in allem nur mäßig unterhaltsam und hätte ruhig eine Viertelstunde kürzer sein können.

Theresa Scholze, die bisher lediglich durch TV-Produktionen und Serien wie "Der Elefant - Mord verjährt nie", "Die Ermittler" und "SOKO-Leipzig" in Erscheinung treten konnte, spielt ordentlich. Sie hat sichtlich gute Laune und ist damit bestens Besetzt. Darüber hinaus spielt sie überzeugend, harmoniert sehr gut mit ihrem Filmpartner Jochen Schropp, geizt nicht mit ihren Reizen und wirkt mit ihrem umwerfenden Lächeln fast ein bisschen wie die deutsche Cameron Diaz. Schropp wirkt neben seiner Kollegin ein wenig blass, liefert aber dennoch alles in allem eine solide Leistung ab und wird wohl nie über das Niveau eines höchstens mittelmäßigen TV-Darstellers hinaus kommen. Dirk Bach darf in einer Nebenrolle fungieren, ist zwar sichtlich gut gelaunt, bringt aber kaum Gags in den mäßig amüsanten Film ein und ist damit überflüssig. Hier verschenkt Regisseur Schrewe durchaus Potential, alles in allem ist der Cast dennoch solide.

Fazit:
Mit einer schwachen Story, einer soliden Umsetzung und ordentlichen Darstellern liefert Prosieben eine mäßig unterhaltsame Komödie, die gerade noch im Mittelmaß anzusiedeln ist, da sie vor allem in der zweiten Hälfte überaus zäh und langweilig wird. Nur für Fans des Genres zu empfehlen.

42%

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