"Crime is King" ist wieder mal einer jener Filme, aus denen was hätte werden können. Doch wie so oft wurden hier Chancen vertan.
Let's Rock! Stilecht verkleidet rauben Michael (Kurt Russell) und Murphy (Kevin Costner) während der Elvis-Woche in Las Vegas ein Casino aus. Doch Murphy treibt ein falsches Spiel: Der Psychopath und Elvis-Fanatiker will die Beute nicht teilen. Und so beginnt eine blutige Hetzjagd durch die Einöde Amerikas...
Wenn man den Cast ließt, dann denkt man, dass es in "Crime is King" einige gealterte Stars es nochmal wissen wollen. Doch leider werden die Hälfte der bekannteren Gesichter gleich am Anfang beseitigt. Kurt Russell (Stargate) bekommt hier von einem kleinen Rotzbengel einen Tritt gegen das Schienbein, so wie er es beim echten Elvis Presley im Film "Ob blond - ob braun" getan hat. Ansonsten spielt Russell seinen Part akzeptabel. Auch bei Kevin Costner (Perfect World) kann man eigentlich nicht meckern. Erstmals spielt er hier einen Typen von der bösen Sorte, was man ihm auch locker abnimmt. Warum hat er nicht schon früher solche Rollen gespielt? Christian Slater (Broken Arrow) zieht seine übliche "Cool Man"-Nummer ab, ehe er weggeballert wird. Ähnlich ergeht es auch David Arquette (Scream), wobei er von allen fünf Gangstern noch am sympathischsten rüber kommt. Seine Frau Courtney Cox-Arquette (Scream) spielt hingegen Russells Fickanhängsel inklusive vorlautem Rotzbengel. Schön sie mal wieder außerhalb von "Friends" zu sehen. Howie Long (Broken Arrow) mimt mal wieder des Oberschurkens Handlanger, während man sich den Part von Ice-T (Below Utopia) hätte schenken können. Am Schluss ist dann noch ein passabler Kevin Pollak (Keine halben Sachen) als Gangster-Jäger zu sehen.
Auch wenn "Crime is King" eigentlich ein Film für die Mülltonne ist, kann er durchaus unterhalten. Das liegt aber meistens an der Action und weniger an der banalen Story. An Projektilwaffen bekommt man hier von der 44er Magnum über die Pumpgun bishin zur M60-Machinegun einiges geboten, und das Arsenal wird auch effektiv eingesetzt. Die Shoot-Outs sind darum auch alles andere als blutleer und auch ansonsten vermag die Action zu überzeugen. Einzig und allein der an der Decke herumbaumelnde und gleichzeitig ballernde Ice-T wirkt lächerlich sowie übertrieben. Action-Höhepunkte sind daher auch das Finale und der Casino-Raub. Wie man ein Casino hingegen stilvoll und unblutig ausräumt haben die Herrn von "Ocean's Eleven" gezeigt. Die Landschaftsaufnahmen sind an sich nix neues, da man sie schon zigmal in anderen Filmen, u.a. "U-Turn" und "From Dusk Till Dawn", gesehen hat. Der größte Schwachpunkt von "Crime is King" ist jedoch die zügige Dezimierung von bekannten Gesichtern und die bescheuerte Story. Denn solche Storys hat man schon mehrmals woanders und auch besser gesehen. Da Demian Lichtenstein (Lowball) als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor gleichzeitig tätig war, hat er sich einfach übernommen, was Robert Rodriguez auch "Irgendwann in Mexico" getan hat. Dass man alle wichtigen Fäden selber in der Hand haben möchte, das mag ja kein Vorwurf sein, doch sollte man sich eher nur auf eine oder zwei Sachen konzentrieren.
Alles in allem ist "Crime is King" ein ordentlicher Action-Kracher mit schwacher Story, bei der sich der Regisseur einfach nur überarbeitet hat.