Der King ist tot, es lebe der King!
Kevin Costner, Kurt Russell, Christian Slater und David Arquette räumen in Vegas, verkleidet als Elvis-Presley-Verschnitte, ein Casino aus. Zuerst sieht es so aus, als würde alles genau nach Plan laufen. Doch dann bekommt das Wachpersonal Wind von der Sache und das Blutbad lässt sich nicht mehr vermeiden. Bei der Schießerei wird einer der Gangster tödlich getroffen. Sie können in letzter Sekunde mit einem Hubschrauber fliehen. In ihrem Versteck, einem heruntergekommenen Motel, kommt es bei der Aufteilung der Beute zum Streit und Murphy (Kevin Costner) erschießt, von dem kleinen Jesse beobachtet, seinen Komplizen Hanson. Dessen Leiche will der Rest der Bande vergraben, wobei Murphy auch Zane (Kurt Russell) und Gus (David Arquette) niederstreckt, denn er will die ganze Beute für sich behalten. Zane, der eine kugelsichere Weste trägt, überlebt und macht sich auf die Suche nach Murphy. Aber nicht nur er sucht ihn, auch zwei U.S. Marshals sind ihm mittlerweile auf der Spur...
Die Story ist im Grunde genommen nichts Neues, orientiert sich zudem in Grundzügen an seinem großen Vorbild Reservoir Dogs. Allerdings hat man hier nicht strikt kopiert, sondern auf ganz andere Art und Weise versucht, dem Zuschauer das Geschehen und seine Akteure schmackhaft zu machen. Anders als bei Reservoir Dogs (welcher, nebenbei gesagt, keineswegs schlecht ist!) ertränkt man die Handlung nicht unnötig in endlosen Dialogschleifen - im Gegenteil - hier legt man Wert auf die genaue Ausführung der Story, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen zu lassen. Logischerweise gibt es auch hier einige Dialoge, die mehr oder weniger wichtig für den Verlauf der Geschichte sind, jedoch fallen sie keineswegs langatmig oder nervig aus, sondern teils sogar recht amüsant - gespickt mit ein coolen, flotten Sprüchen.
Neben der rasant inszenierten Story darf natürlich auch die Action nicht zu kurz kommen. Die Choreografie lässt eigentlich keine Wünsche offen: Es fließt, zumindest zu Beginn, jede Menge Blut und der Zuschauer wird regelrecht im Kugelhagel versenkt. Leider muss man sagen, dass man nach dem actionreichen Beginn etwas zurückgeschraubt hat, wodurch sich doch ein paar kleinere Durststrecken gebildet haben. Am Ende nimmt der Film wieder richtig Fahrt auf, wenn es zum Showdown zwischen Murphy, Zane, ein paar anderen Gangstern und einer Spezialeinheit der Polizei kommt. Allerdings habe ich mich hier gefragt, woher die Polizei wissen konnte, dass es in dem abgelegenen Lagerhaus zu einem riesigen Feuergefecht kommen wird, in dem mehr als nur zwei Personen verwickelt sind. Zudem wirkt die Mini-Rolle von Ice-T ein wenig affig - vor allem dann, wenn er, an einem Seil hängend, durch die Luft segelt, sich dreht und mehrere Polizisten über den Haufen ballert. Hätte man durchaus drauf verzichten können. Aber das sind glücklicherweise nur Kleinigkeiten, die den Spaß nicht schmälern können.
Der sehr rockige Soundtrack untermalt die Actionszenen in den richtigen Momenten, und verleiht ihnen noch mehr Schwung. Am besten gefällt mir der zum Schluss eintretende Song von Uncle Kracker, welchen ich schon damals sehr gerne gehört habe.
Crime is King ist ein flottes und sehr unterhaltsames Road-Movie, das trotz seiner doch ziemlich langen Laufzeit und einem lächerlichen und total unnötigen Auftritt von Ice-T einfach nur Laune macht!
8/10