"Der Haufen ist ja superlocker."
Michael Zane (Kurt Russell) wird aus dem Gefängnis entlassen und trifft auf dem Weg zu seinem einstigen Mithäftling Thomas J. Murphy (Kevin Costner) auf die Alleinerziehende Cybil Waingrow (Courtney Cox). Er verbringt mit ihr ein Schäferstündchen und macht sich dann mit Murphy sowie Hanson (Christian Slater), Gus (David Arquette) und Franklin (Bokeem Woodbine) auf den Weg nach Las Vegas. Dort rauben sie während einer Convention von Elvis Presley Imitatoren in passenden Kostümen ein Casino aus. Der Raubzug läuft allerdings nicht völligst glatt. Nach einer wilden Schießerei verlassen nur noch vier der fünf Gangster lebend das Gebäude.
Bei der Verteilung der Beute kommt es zum Streit, wobei sich Murphy seiner Komplizen entledigt. Michael trägt jedoch eine kugelsichere Weste und kann mit der Beute sowie Cybil und ihrem Sohn fliehen. Cybil erweist sich aber als diebischer als zunächst erwartet.
"Crime is King" beginnt recht schnell mit einem scheinbar ausgeklügelten Überfall, der sich zu einem wahrhaften Massaker mausert. Von einer Sekunde zur anderen wandelt sich das schillernde Ambiente des Spielcasinos in ein Kriegsszenario. Zu einem donnerndem Score leeren sich Magazine, gehen Umgebungsgegenstände spektakulär und in Zeitlupe zu Bruch und färbt sich die Kulisse des Casinos dunkelrot. Dieses audiovisuelle Niveau erreicht der Film allerdings kein weiteres Mal mehr.
Nach dem vielversprechenden Casinoüberfall folgt die Ernüchterung in Form einer undurchdachten und zufallslastigen Geschichte. Jeder betrügt jeden, und zwar so sinnfrei wie nur möglich. Ist es zu Beginn noch leicht den flach gehaltenen Ambitionen der Figuren zu folgen, wird die Ansammlung logischer Unzulänglichkeiten später zu einer unfreiwillig komischen Nummernrevue.
Auch das zu Beginn noch rasante Tempo findet sich nicht mehr wieder. "Crime is King" wandelt sich zu einem langwierigen Road-Movie, dessen coole Inszenierung zwar vorhanden bleibt, jedoch bis zum Ende nicht weiter genutzt wird. Erst das Finale kann nochmals die Stärken der kompromisslosen Actionszenen in den Vordergrund stellen.
Zu häufig versucht der Thriller in die Fußstapfen seiner Konkurrenz zu treten. Viele Elemente sind bekannt. Nur selten wagt "Crime is King" den Schritt zur Eigenständigkeit.
Sperrig sind auch die ambivalenten Charaktere, mit denen man nicht richtig warm wird.
Die Darsteller dagegen sind verspielt. Gerade Kevin Costner ("Robin Hood - König der Diebe", "Der mit dem Wolf tanzt") und Kurt Russell ("Die Klapperschlange", "Tombstone") legen ein sehr markantes Schauspiel vor. Stimmungsvoll wirkt auch die sehr ansehliche Courtney Cox ("Scream"- Reihe).
Verpulvert werden David Arquette ("Scream"- Reihe) und Christian Slater ("Interview mit einem Vampir", "Der Name der Rose"). Ihre Rollen sind spürbar einspurig und zu knapp bemessen, um ihre gewohnten Möglichkeiten zu integrieren.
"Crime is King" ist nur zu Beginn und Ende actionreich. In diesen Bereichen brilliert der Film durch seine blutige und effektreiche Visualisierung. Der rockige Soundtrack ist durchgehend stimmungsvoll, weniger aber die Handlung und die Charaktere im mittleren Teil. Zu sehr verliert sich der Thriller im Verlauf des Geschehens zusehends in Klischees und gibt sich selbst kaum Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzuheben. Schade, denn die Darsteller erweisen sich als gute Wahl. Knappe ...
6 / 10