Als innerlänfisch geschichtlich interessierter Mensch schaue ich mir auch gerne Filme und Serien an welche die Weltkriege und die Weimarer Republik zum Thema haben oder in jenen Zeiten spielen.
Es muß also nicht immer ein reiner (Anti)Kriegsfilm sein.
Heute war "Von Hitlers Schergen gehetzt" an der Reihe, Ein Film der mich in keinster Weise gereutzt hatte...wohl in erster Linie des recht tumben Titels wegen.
Aber meine Frau fühle sich von der Inhaltsangabe angesprochen...
Zum Film, Ungarn, 1944. Maximal schwermütige Musik untermalt maximal bemitleidenswerte Szenen. Juden werden menschenverachtend behandelt (was ich in keinster Weise bestreiten möchte) und dies von, wieder einmal, teilweise extremen Grunzgesichtern. Aha. Wieder ein Film welcher darstellt daß es keine optischen "Normalos" in deutschen Dritten Reich gab.
Dieses altbekannte Grundgesicht-Klischee wird auch ganz gut über die gesamte Spielzeit durchgehalten.
Ach ja, Handlung war ja auch noch...
Der jüdische Großindustrielle Joseph Krauzenberg soll dazu gebracht werden all seine Besitztümer, Immobilien, Konzern, Kunstsammlung, dem Reichsführer SS, Heinrich Himmler, zu "schenken", Zu diesem Zwecke reist selbiger mit SD (Schutzdienst), seinem Leibkoch und dem eigenen Personal zum Krauzenbergschen Anwesen um die Modalitäten zu besprechen, bzw. zu diktieren.
Die einzigen verbliebenen krauzenbergschen Angestellten sind ein junges Paar welches, natürlich, dem Wiederstand angehörig ist. Klischee über Klischee und maueste Dialoge.
Zuallererst viel der Ton der BluRay auf. DTS aus der Blechdose mit Hall ? DIe Synchronregie hat sich auch in keinster Weise mit Ruhm bekleckert. Jedoch hat dieser Film auch keine größeren Investitionen gerechtfertigt. Auch Auswahl der Sprecher läßt vermuten daß hier Azubis ihre noch arg zu fördernden Talente zum Besten geben konnten. Speziell die Stimme/Sprechleistung für Obersturmführer Eichmann ließ uns die Köpfe schütteln.
Geschichtshistorisch gesehen ist der Film ebenfalls ernüchternd. Das Thema Lebensborn wird einmal breit ausgewalzt und als etwas dargestellt was es nicht war. Was haben sich die Autoren dabei gedacht ? Geschichtsverfälschung zum Zwecke der Unterhaltung ? Bitte nicht bei solch ernsten Themen !
Die Helme und Uniformen welche man zu sehen bekommt sollte man geflissentlich ignorieren. Es wurde verwendet was effektoll erscheint. Speziell SS und SD Leute waren mit Auszeichnungen und Lametta bepflastert wie Weihnachtsbäume. Auch die Zusammenstellungen der Orden/Auszeichnungen war die wahre Pracht ! Da hat nicht´s sinnhaft zum Träger gepaßt.
Speziell der Sicherheitschef Himmlers dürfte kaum Zeit gehabt haben sich um seine Aufgaben zu kümmern, da er neben EK1, EK2 nebst Wiederholunbgsspangen, Nahkampfspange (scheinbar in silber), Verwundetenabzeichen in silber und einem Narvik-Schild zu sehr in der Welt(Kriegs)Geschichte herumgekommen sein muß.
Alles in Allem 2 Stunden vergeudete Lebenszeit. Für den honorigen Martin Landau ein unwürdiger Tiefpunkt seiner langen Karriere !
Daher nicht mehr als 1 von 10 !